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1.6. Diagnostik der individuellen Wissensbasis

Am Beispiel einer Studie zu semantischen Netzwerken autistischer Kinder mit Hilfe von Wortassoziationsaufgaben.

Theoretischer Hintergrund des Autismus

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84 nach ICD-10). Autismus äußert sich in Auffälligkeiten bei der (1) Kommunikation und im (2) Sozialverhalten. Es werden weiterhin (3) stereotype und repetitive Verhaltensweisen gezeigt.

  • Ab dem 3. LJ
  • Beziehungs- und Kommunikationsstörung
  • Inaktiv → In sich ruhend
  • Permanente Wiederholungen

Es gibt zwei Formen des Autismus. Zum einen das (1) Kanner-Syndrom, zum anderen das (2) Asperger-Syndrom, bei welchem meist normale bis hohe Intelligenz vorliegt.

Formen des Autismus

Kanner-Syndrom Asperger-Syndrom
Beginn Vor 3 LJ (Erste Lebensmonate) 2.-3. LJ
Kontakt Mitmenschen nicht existent
Blickkontakt nur kurz
Mitmenschen als Störfaktor
Blickkontakt fehlt
Geschlecht 3:1 (Jungen:Mädchen) 8:1 (Jungen:Mädchen)
Sprache Verzögert, Gehemmt Früh, Herausragend
Motorik Unauffällig Retardiert
Intelligenz Unterdurchschnittlich
Partiell Hochbegabt
Normal bis Überdurchschnittlich
Partiell Hochbegabt
Familiärer Hintergrund Intellektuell, Vater/Mutter autistische Züge Intellektueller Vater mit autistischen Zügen
Prognose Bis Adoleszenz und Erwachsenenalter Bis Erwachsenenalter
Prävalenz 0,35% (70% von 0,5% des Autismus) 0,15% (30% von 0,5% des Autismus)

Modell der schwachen zentralen Kohärenz

Der Begriff der zentralen Kohärenz meint die Fähigkeit einzelne Wahrnehmungsinhalte in einen Gesamtzusammenhang bringen zu können. In Folge von guter zentraler Kohärenz können realitätsgetreue Einheitsbilder der Umwelt erzeugt werden.

Das Modell der schwachen zentralen Kohärenz geht davon aus, dass Autisten die Fähigkeit der zentralen Kohärenz nur sehr begrenzt besitzen, dadurch aber gleichzeitig die einzelnen Informationen besser verarbeiten können.

  • Stärken in der Deatilverarbeitung
  • Schwächen in bedeutungsbezogener Verarbeitung

Neuere Studien ergaben, dass bei Autismus perzeptuelle Merkmale bevorzugt verarbeitet werden, ein Defizit liegt jedoch in der Verarbeitung für die Bedeutung der Merkmale.

Horizontale und vertikale Beziehungen

  • Horizontale Beziehungen → Geschehenstyp, Erlebniszusammenhänge
  • Vertikale Beziehungen → Über- oder Unterordnungen

Hypothese der Studie

Die phonologische Ähnlichkeit von Sprachmerkmalen beeinflusst bei autistischen Kindern die Antwort.

→ Phonologisch übereinstimmende Antwort vor allem bei emotionalen Wörtern.

Methode der Studie

In einer explorative Pilotstudie wurden 24 autistische Kinder und 24 nicht-autistische Kinder (Durchschnittalter 11 Jahre) eine Wortassoziationsaufage präsentiert.

Aufgabenstellung: „Welches Wort passt am besten zu dem Wort, das ich dir jetzt sage?“

Dabei wurden 15 Nomen und 5 emotionale Verben verwendet.

Ergebnisse der Studie

Phonologische Ausrichtung

Im Ergebnis wurde eine signifikant phonologische Ausrichtung bei autistischen Kindern gefunden.

  • Mit Autismus → 19% Phonologische Assoziation
  • Ohne Autismus → 2% Phonologische Assoziation
Korrelation Alter/Intelligent

Eine Korrelation mit (1) Alter und (2) Intelligent konnte ausgeschlossen werden.

Emotional Verben

Entgegen der Annahme war der Anteil der phonologischen Assoziationen bei den emotionalen Verben nicht höher, als bei den Nomen.

Diskussion und Interpretation

  • Evtl. Unterschied semnatisches Netzwerk
  • Nicht universell für Autismus → Manche aut. Kinder assoziierten konzeptuell passende Begriffe

Unklar bleibt jedoch, ob diese Assoziationseigenschaft autistischer Kinder durch eine eigentliche Stärke oder eine Schwäche ausgelöst wird.

  • Stärke Assoziation zwischen phonologischen ähnlichen Begriffen (als zwischen konzeptuell ähnlichen Begriffen)
  • Verarbeitung konzeptueller Merkmale fand nicht mehr statt
 
uni-leipzig/psychologie/module/paedagogisch2/2.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/20 19:25 (Externe Bearbeitung)
 
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