Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

1. Einführung und Gegenstandsbestimmung

1.1. Gegenstandsbestimmung Instruktionspsychologie

Die Instruktionspsychologie (Lehr- und Lernpsychologie) ist eine angewandte Kognitionspsychologie, bei der es darum geht eine möglichst anregende Lehr- und Lernumgebung zu schaffen.

Ziele der Instruktionspsychologie

  • Beschreibung/Analyse → Wechselwirkung Lehr- und Lernsystem (E-Learning Programm, Lernvoraussetzungen, etc.)
  • Erklärung → Effekte in Lehr- und Lernsystemen (Burn out, Wissenserwerb, etc.)
  • Optimierung (nach Stärke, Umfang, Aufwand, etc.)

⇒ Alle Punkte können allgemein oder differentiell betrachtet werden.

  • Differentiell → Persönlichkeitsgruppe, Altersgruppe, Geschlecht, etc.
  • Allgemein → Keine Differenzen zwischen Personen werden betrachtet

1.2. Gegenstandsbestimmung Medienpsychologie

Die Medienpsychologie ist ein Anwendungsgebiet der Kognitionspsychologie, der Emotionspsychologie und der Biologischen Psychologie. In der Medienpsychologie wird das Erleben und Verhalten im Zusammenhang mit Medien untersucht. Dabei werden behaviorale, emotionale, physiologische und kognitive Effekte berücksichtigt. Schwerpunkt dabei ist episodisches Wissen.

Ziele der Medienpsychologie

  • Mediennutzung, Medienselektion werden analysiert
  • Rezeptionsverlauf wird analysiert
  • Wirkung der Medienrezeption wird analysiert (Kurzfristig/Langfristig)
  • Medienmerkmale werden optimiert
  • Rezipienten (Medienkompetenz) wird optimiert

⇒ Die Analyseprozesse (1-3) können sowohl allgemein, als auch differentiell oder systemisch betrachtet werden.

Medientypen

Mit Medien ist in diesem Zusammenhang ein sehr weites Feld gemeint. Zu den Medien gehören:

  • Individualmedien (z.B. eMail, Telefon, etc.)
  • Massenkommunikation (z.B. Fernsehen, etc.)
  • Nutzerbeschränkte Medien (z.B. Moodle, etc.)

1.3. Gemeinsamer Gegenstandsbereich

In beiden Disziplinen geht es um ein Informationsangebot (Lehrsystem, Medium), welches durch eine Informationsverarbeitung (Lernender, Rezipient) zum Aufbau von Wissen (external oder internal gespeichert) führen soll. Dabei können Informatonsangebot und Informationsverarbeitung auch in Wechselwirkung stehen, indem z.B. die Schüler auch Einfluss auf den Lehrer haben können (z.B. Schwerpunktsetzung).

  • Externales Wissen → Gesellschaftlich gespeichert (z.B. Internet)
  • Internales Wissen → Individuell gespeichert (Langzeitgedächtnis)

Wissensarten

  • Deklaratives Wissen → Fakten, Sachwissen, etc.
  • Prozedurales Wissen → Regeln, Motorik, etc.
  • Episodisches Wissen → Erinnerung, etc.
  • Metakognitives Wissen → Wissen über eigene Fähigkeiten und eigenes Wissen

1.4. Lernen und Gedächtnis

Lernen

Lernen bezeichnet das Aufnehmen, Verarbeiten und Speichern von Informationen. Als dessen Ergebnis entsteht eine relativ stabile Verhaltens- oder Verhaltenspotentialänderung.

Grundsätzlich bezeichnet lernen alle Verhaltensänderungen, die durch Erfahrungen entstehen. Dazu gehören also nicht:

  • Reifung → Genetisch determiniertes Verhalten
  • Substanzen → Biochemisch verändertes Verhalten
  • Ermüdung → Kurzzeitige Verhaltensänderungen

Gedächtnis

Das Gedächtnis ermöglicht eine dauerhafte Speicherung aufgenommener Informationen. Informationen können nicht nur in das Gedächtnis (1) gespeichert werden, sondern auch (2) abgerufen werden. Das Gedächtnis kann als eine der wichtigsten Grundfunktionen des Zentralnervensystems betrachtet werden.

Die wichtigsten Funktionen sind:

  • Enkodierung → Informationsaufnahme und Speicherung
  • Konsolidierung → Festigung gespeicherter Inhalte
  • Abruf → Reproduktion
  • Vergessen → Zerfall, Überlagerung, Verdrängung

Klassifizierung des Gedächtnisses

1. Zeitliche Dauer, Abfolge
  1. Sensorisches Gedächtnis → Millisekunden
  2. Arbeitsgedächtnis (bzw. Kurzzeitgedächtnis) → Sekunden bis Minuten
  3. Langzeitgedächtnis → Lebenslang
2. Inhaltstyp
  • Episodisches Gedächtnis → Biographische Daten
  • Deklaratives Gedächtnis → Faktenwissen
  • Prozedurales Gedächtnis → Regeln, Motorik, etc.
  • Metakognitives Gedächtnis → Wissen über eigene Fähigkeiten und eigenes Wissen

Das Episodische Gedächtnis kann weiter unterteilt werden in:

  • Gesichtergedächtnis
  • Traumagedächtnis
  • Autobiographisches Gedächtnis
3. Zeitbezug der Speicherung
  • Altgedächtnis → Schon vor längerer Zeit gespeichert
  • Neugedächtnis → Vor relativ kurzer Zeit gespeichert
4. Zeitbezug des Inhaltes
  • Retrospektiv → Erinnerung an Vergangenes
  • Prospektiv → Erinnerung an Zukünftiges

Gedächtnisstörung

Die Gedächtnisstörung bezeichnet alle jegliche Beeinträchtigung, die kurzzeitige Informationen betreffen. Dabei kann neben dem Speichern auch der Abruf, die Spurenbildung und das Vergessen betroffen sein.

Kriterien
  • Abweichung von der Realität (z.B. Depression)
  • Keine Alltagstauglichkeit (z.B. Alzheimer)
  • Funktionen beeinträchtigt (z.B. ADHS)
  • Leides des Betroffenen oder der Angehörigen (z.B. Alzheimer)

Verschiedene Gedächtnisstörungen setzen an unterschiedlichen Verarbeitungsschritten des Gedächtnisses an. So ist z.B. bei Legasthenie bereits das sensorischen Gedächtnis beeinträchtigt, während sich Hirnschädigung überwiegend im Arbeitsgedächtnis oder im Langzeitgedächtnis bemerkbar machen.

1.5. Bestandteile des Wissens

Die kleinsten Einheiten der Wissensstruktur sind Begriffe.

Für die Informationsverarbeitung beim Lernen und bei Medienrezeption bildet Wissen die Grundlage.

Wissen kann (1) horizontal repräsentiert sein, z.B. in semantischen Netzwerken. Dabei ist jeder Begriff mit anderen ähnlichen Begriffen assoziert. In einer (2) vertikalen Repräsentation sind Begriffe über- bzw. untereinander oder sie stehen auf einer Ebene angeordnet. Sie können in einer vertikalen Repräsentation kategorisiert werden. Horizontale und vertikale Vernetzungen können kombiniert sein.

 
uni-leipzig/psychologie/module/paedagogisch2/1.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/20 19:25 von carlo
 
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