Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

1. Gegenstand, Teilgebiete und Aufgabenfelder der Pädagogischen Psychologie

1.1. Gegenstand der Pädagogischen Psychologie

„Die Pädagogische Psychologie befasst sich mit pädagogischen Situationen und den darin agierenden Personen und Medien sowie den intendierten und eingetretenen Effekten.“

Die Pädagogische Psychologie befasst sich mit den psychologischen Aspekten von Erziehungs- und Unterrichtsprozessen, sowie der Sozialisation.

Drei Aspekte

  • Pädagogische Situation
  • Personen und Medien
  • Angestrebte und tatsächliche Effekte

Kernbereich/Randbereich

Im Kernbereich steht die Absicht eine pädagogische Situation zu schaffen. In den Randbereichen kommt es zu weiteren ursprünglich nicht beabsichtigten Effekten, die sich positiv oder negativ auswirken können (z.B. „Kein Effekt trotz Bemühen“, „Beeinflussung des Lehrenden“, etc.).

Effekte

  • Kognitive Effekte → Wissen, Fähigkeiten
  • Soziales Verhalten / Einstellung
  • Emotional / Motivational → Angst, Leistungsmotivation
  • Psychomotorik → Sport, Schreiben, (laut) Lesen, non-verbales Verhalten

1.2. Teilgebiete der Pädagogischen Psychologie

→ Siehe auch komplizierte Grafik in Vorlesung

Die Pädagogische Psychologie teil sich in:

Grundlagengebiete
  • Lern- und Verhaltensstörungen
  • Lernpsychologie → Allgemein & Differentiell
  • Erziehungspsychologie
Methodisch orientierte Gebiete
  • Pädagogisch-Psychologische Diagnostik
  • Pädagogisch-Psychologische Interventionsmethoden → Prävention, Resozialisation, Krisenintervention, etc. etc.
  • Forschungsmethodik und Evaluation

1.3. Praktische Tätigkeitsfelder

Arbeitsmarkt

  1. Klinische Psychologie → 72,5%
  2. Pädagogische Psychologie → 19,1%
  3. Arbeits- und Organisationspsychologie → 12,1%
  4. Gesundheitspsychologie → 12,1%
  5. Forensische Psychologie → 10,1%
  6. Forschung → 3,8%
  7. Verkehrspsychologie → 3,8%
  8. Sonstige → 9%

Untersuchung vom Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) in 2006.
Mehrfachnennung war möglich!

Tätigkeitsfelder in der Pädagogischen Psychologie

  • Erziehungsberatungsstellen
  • Schulpsychologischer Dienst → Im europäischen Bereich liegt Deutschland deutlich hinten
  • Hochschuldienst → Psychologische Studienberatung, Studienfachberatung
  • Arbeitsverwaltung (Psychologischer Dienst) → Arbeitsamt
  • Rehabilitationskliniken und Berufsförderwerke
  • Personal- und Bildungsarbeiten → Wirtschaft und Verwaltung
  • Heime → Diagnostik, Beratung, Therapie
  • Kuranstalten und Kliniken → Diagnostik, Beratung, Therapie
  • Justizvollzugsanstalt & Justizvollzugskrankenhäusern → Diagnostik, Beratung, Therapie
  • Universität/Fachhochschule → Lehre und Forschung

1.4. Zielausrichtung und Problembereiche

Zielausrichtung

1. Analyse & Diagnose

Bestimmung psychischer Merkmale zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einer:

  • Person
  • Gruppe
  • Stichprobe
  • Grundgesamtheit

2. Pädagogisch-psychologsiche Intervention

Eingriffe neben den „alltäglichen“ pädagogischen Aufgaben:

  • Lebensverhältnisse
  • Organisationsabläufe
  • Beziehungsstrukturen
  • Erlebens- und Verhaltensweisen
  • Leistungsvoraussetzungen → mit unterstützender und optimierender Funktion

3. Evaluation

Messung und Bewertung von:

  • Pädagogischen Interventionen → „Alltag“ z.B. PISA
  • Pädagogisch-psychologische Interventionen → z.B. Programm für leserechtschreibschwache Kinder

Problembereiche

  • Individualsystem
  • Mikrosystem
  • Mesosystem
  • Makrosystem

1. Individualsystem

Einzelperson im Erziehungs- und Bildungsprozess. Drei Subsysteme stehen in Wechselwirkung:

  • Affektiv → Gefühlsbezogen, Bewertungsbezogen
  • Kognitiv → Wahrnehmungsbezogen, Verarbeitungsbezogen
  • Konativ → Handlungsbezogen

2. Mikrosystem

Kleingruppe von Individuen, die in einem direkten Kontakt stehen.

3. Mesosystem

Mittlere Institution (z.B. Schule) für die folgende Bedingungen gelten:

  • Konkret Abgrenzbar → Abgegrenztes Gelände/Gebäude
  • Kein direkter Kontak unter allen Mitgliedern

Indirekte Verhaltensregulierung über Regeln und Anweisungen

4. Makrosystem

Organisation der Bildung in einer Gesamtgesellschaft (Staat/Land). Dabei können folgende vier Ebenen unterschieden werden:

  • Schultyp
  • Länder, Provinzen
  • Staaten
  • Kulturen

Übersicht

Individualsystem Mikrosystem Mesosystem Makrosystem
Beispiel Schüler, Lerher Klasse, Familie Schule Bildungssystem
Diagnose und Analyse Individuelle Diagnostik
(z.B. Intelligenz, Konzentration,
Motivation, Angst, etc.)
Soziogramm,
Familiendiagnostik
Beobachtung Wissenschaftliche Vergleiche
Intervention Förderprogramme,
Lehrertraining
Systemische Beratung,
Lehrertraining
Organisationsberatung Empfehlung,
wiss. Analysen
 
uni-leipzig/psychologie/module/paedagogisch1/1.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/20 19:21 von carlo
 
Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht:CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported
Recent changes RSS feed Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki