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Hören II

Erkennung

Bevor erkannt werden kann um was es sich handelt, muss zunächst erkannt werden ob alles dasselbe ist oder ob sich die Signale Unterscheiden. Der Ankommende Schallmix muss zunächst getrennt werden in die einzelnen Schallquellen (→ Cocktail-Party).

Verdeckung / Überlagerung

Im Unterschied zum visuellen System verdecken sich Signale meist nicht, nur bei hoher Intensität (z.B. leises Sprechen auf einem Konzert). Bei normalen Intensitäten kommt es meist eher zu einer Überlagerung, die Signale interferieren miteinander.

Auditive Szenenanalyse

Albert S. Bregman entwickelte die Theorie der auditiven Szenenanalyse. Die Anordnung der Schallquellen in der Umwelt wird als auditive Szenerie bezeichnet. Die auditive Szenenanalyse (→ ASA) ist der Prozess, in dem die auditive Szenerie in seine einzelnen Schallquellen unterteilt wird.

Die Grundprinzipien sind Trennung (→ Segregation) und Verbindung (→ Integration). Liegen zwei Schallquellen in zwei unterschiedlichen Frequenzbereichen, so werden trotz leichter Variation der Frequenzen der jeweiligen Schallquellen (→ Integration) die beiden Schallquellen als unterschiedliche Schallquellen wahrgenommen (→ Segregation).

Auditive Gruppierungsegeln

Die auditiven Gruppierungsregeln basieren zum Teil auf den Gestaltgesetzen. Die Gruppierungregeln funktionieren entweder sequenziell (→ aufeinanderfolgende Schallsignale, Horizontale Gruppierung) oder simulatan (→ gleichzeitige Schallsignale, Vertikale Gruppierung).

Räumliche Nähe

Räumliche Nähe

Räumliche Nähe bedeutet, dass die Töne zeitgleich vorkommen (→ simultane Eigenschaft) und keine großen Frequenzsprünge vorkommen (→ sequenzielle Eigenschaft).

Bei Versuchen bezüglich der räumlichen Nähe gibt es Probleme bei Versuchen mit Kopfhörern, da diese die Schallquellenzuordnung verfälschen.

Zeitliche Nähe

Zeitliche Nähe

Zeitliche Nähe bedeutet, dass die Signale zwar versetzt sind, der Versatz jedoch nur in einem kleinen Bereich eine Rolle spielt. Der Startpunkt (→ Onset) und der Endpunkt (→ Offset) sind dabei jedoch nahezu identisch (→ simultane Eigenschaft). Die zeitliche Nähe zeichnet sich vor allem durch einen Rhythmus aus (→ sequenzielle Eigenschaft).

Ähnliche Klangfarbe

Die ähnliche Klangfarbe ist sowohl für simultane, als auch für die sequenzielle Gruppierung bedeutsam. Die Klangfarbe ist sowohl für die Gruppierung von Schallereignissen, als auch zur Identifikation von Schallquellen wichtig.

Aufgrund der schwierigen Parametrisierbarkeit und der Komplexität ist es relativ schlecht untersucht.

Ähnliche Tonhöhe

Sequenziell ergeben sich große Frequenzunterschiede. Diese Unterschiede tragen zu einer validen Unterscheidung zweier Schallquellen bei. Normalerweise haben einzelne Tonquellen einen definierten Tonumfang und variieren nicht übermäßig.

⇒ Siehe auch Interaktion von Ähnlichkeit und Nähe

Gemeinsames Schicksal

Wenn sich Schallquellen gemeinsam verändern, so werden sie als eine Schallquelle wahrgenommen. Zur Änderung gehören: Gleichzeitige Richtungsänderung, gleichzeitige Intensitätsänderung oder gleichzeitiges Einklingen bzw. Ausklingen.

Weitere auditive Gestaltgesetze

  • Gesetz der guten Fortsetzung / Kontinuität → z.B. Dynamik aufgrund der Intensität
  • Gesetz der Geschlossenheit → z.B. Melodie durch bestimmte Frequenzkombinationen
  • etc.

Anwendung

Messmethoden

Zur Messung können entweder subjektive Beurteilungen oder objektive Messverfahren angewendet werden. Eine Methode ist das Ändern der zeitlichen Beziehungen zwischen den Tönen. Wenn eine Rhythmusverletzung vorliegt, kann auf eine integrierte oder segregierte Verarbeitung geschlossen werden.

Musik

Durch einen schnellen Wechsel von Tönen kann ein Eindruck von Zweistimmigkeit erzeugt werden. Die Töne müssen dabei so schnell hintereinander gespielt werden, dass sie quasi als einer Wahrgenommen werden.

Interaktion von Ähnlichkeit und Nähe

Wenn die Tonhöhen sich nur leicht unterscheiden und die Abspielgeschwindigkeit nicht übermäßig schnell ist, so werden die Töne als von einer Schallquelle ausgehend wahrgenommen. Quasi als einzelne Melodie. Wird jedoch die Abspielgeschwindigkeit drastisch erhöht oder der Frequenzbereich der Töne deutlich abgegrenzt, so werden die Töne als von unterschiedlichen Schallquellen kommend wahrgenommen.

Veränderung pro Zeit

Harmonische Beziehungen

Wenn Töne gleichzeitig gespielt werden, ist weniger der Frequenzabstand, als vielmehr die Harmonie zwischen den Frequenzen von Bedeutung. Eine besondere Rolle kommt dabei den Oktavtönen zu bzw. ganz allgemein den Obertönen (vielfache des Grundtons).

Wenn mehrere Töne gleichzeitig gespielt werden, welche harmonisch zueinander liegen, so wird der Tonkomplex gemeinsam als eine Quelle wahrgenommen (→ Integration). Ist jedoch ein Ton aus dem Tonkomplex kein Oberton des Grundtons, so wird dieser separat als „verstimmter Ton“ wahrgenommen (→ Segregation).

 
uni-leipzig/psychologie/module/kognitiv1/7.txt · Zuletzt geändert: 2011/06/04 18:21 (Externe Bearbeitung)
 
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