Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

5. Gestalttherapie

4 Therapieansätze in der humanistischen Psychotherapie:

  • Gesprächspsychotherapie
  • Gestalttherapie
  • Logotherapie (Daseinsanalyse)
  • Psychodrama

Fritz Salomon Perls

Der Begründer der Gestalttherapie war Fritz Salomon Perls (1893-1970).

  • Metaphorisch-analoger Bezug zur Gestalttheorie
  • Entwicklung aus der Psychoanalyse
  • Teil der humanistischen Psychotherapie

Namensgebung

Gestalttherapie ist die Kombination vieler Strömungen und Ansätze. Namen sind:

  • Concentration therapy
  • Existenzpsychotherapie
  • Gestalttherapie → Abgrenzung zu nihilistischen Zügen des Existenzialismus (Satrem Camus)

Mitstreiter

Konzept der Gestalttherapie

  • Integrativer Ansatz
  • Gestalt
  • Figur-Hintergrund
  • Organismus-Umwelt
  • Kontaktmodell
  • Gestaltbewusstsein
1. Integrativer Ansatz
  • Psychoanalyse
  • Gestalttherapie
  • Holismus/Existentialismus
  • Phänomenologie
  • Östliche Philosophie (ZEN)
  • Humanistische Psychologie
2. Gestalt
  • Dynamische Einheit → Kreativ wandelnde Form
  • Integration von Innen- und Außensicht
  • Konstruktion von Wirklichkeit → Wahrnehmung und Erleben von Ganzheitlichkeiten/Gestalten
  • Gegenseitige Beeinflussung Subjekt/Objekt
3. Figur-Hintergrund
  • Gestaltbildung durch Bedürfnisse
  • Beschreibung von Erfahrungsprozessen
4. Organismus-Umwelt
  • Bewusstsein der eigenen Existenz
  • Abgrenzung von Umwelt → Ich / Nicht-Ich
  • Eingebundensein in Umwelt → Abhängigkeit vom Kontext
5. Kontaktmodell
  • Beschreibung der Wechselbeziehungen Organismus/Umwelt
  • Lebendige Wechselbeziehungen
  • Vorkontakt, Kontaktnahme, Kontaktvollzug, Nachkontakt
6. Gestaltbewusstsein
  • Achtsamkeit/Gewahrsein

Heutige Gestalttherapie

  • Aus der Praxis heraus entwickelt
  • Vermittlung einer Lebensform
  • Keine Therapie-Theorie → Therapie-Protokolle
  • Wenig geschlossen-strukturierte Ansammlung von Interventionstechniken
  • Erfahrung und Begegnung wichtiger als Theorie
  • Schaffung einer Identität → Therapieweltbild / therapeutische Lebensgestalt

Theoretische Konzepte

  • Geschlossenheit (Gestaltgesetz)
  • Zeigarnik-Effekt → Bevorzugtes Behalten unerledigter Handlungen
  • Figur-Grund Bildung
  • Konzept der Selbstaktualisierung
  • Autonome Selbstregulation → Gleichgewichte aller Kräfte (ZEN-Meditation)

Begriffe

  • Wachstum
  • Selbstaktualisierung
  • Ständiger Kontakt von Umwelt/Innenwelt → Fluss des Gewahrwerdens
  • Begegnung von Ich/Du im Hier/Jetzt
  • Awareness

Awareness

Absichtslose, aber bewusste und ganzheitliche Kontaktaufnahme mit dem Ich mit Hilfe von Aufmerksamkeit/Achtsamkeit.

Neurose

Der Neurosebegriff in der Gestalttherapie:

  • Vermeidung starker Bedrohung
  • Störungen an der Kontaktgrenze durch Verdrängungsmechanismen

Neurosetypen sind:

  • Introjektion → Aufnahme nicht-assimilierten Wissens
  • Projektion → Unerwünschte Persönlichkeitszüge auf außerhalb übertragen
  • Retroflektion → Aggressive Impulse auf selbst, statt äußere Objekte
  • Konfluenz → Verschmelzungstendenz mit anderen (z.B. Partner)
  • Deflektion → Vermeidung von engerem Kontakt
  • Desensitivierung → Reduzierung der Awareness/Empfindungen

Kontakt- und Therapiephasen

  • Klischeephase → Panzer, Klischee, Mythen
  • Rollenspiel-Phase → Rollenmuster
  • Blockierungsphase → Leere, Ratlosigkeit
  • Implosionsphase → Rückgriff auf inadäquate/implizite Programme
  • Explosionsphase → Ausdruck blockierter Bedürfnisse
  • Aufarbeitungsphase → Integration neuer Identität im Erleben
  • Verhaltensmodifizierende Schlussphase → Erprobung/Festigung

Methoden und Techniken

Es wird zwischen Methoden und Techniken unterschieden:

  • Methoden → Der Weg
  • Techniken → Konkrete Schritte auf dem Weg

⇒ Methode als Geist der Technik, Technik als Umsetzung dieses Geistes

Methoden der Gestalttherapie

Methoden

  • Dialogische Methode
  • Feldtheoretische Methode
  • Phänomenologische Methode
  • Existentialistische Methode
1. Dialogische Methode
  • Techniken als Dialogparameter
  • Therapeuten als unterstützende Begleiter (nicht Produzenten der Veränderung)
2. Feldtheoretische Methode
  • Menschliche Funktionen im Organismus/Umwelt-Wechselspiel
  • Vielzahl von Bedingungen → Soziokulturell, Sinnlich, Physisch
  • Techniken als Strukturelement → Förderung der Kontaktaufnahme
3. Phänomenologische Methode
  • Offene Sinne gegenüber Erfahrungen (unvoreingenommen)
  • Beschreiben statt erklären
  • Gleiche Bedeutung verschiedener Elemente
  • Anregung aufmerksamen/ganzheitlichen Erlebens
  • Hermeneutischer Prozess (Suchend, Aufdeckend)
4. Existentialistische Methode
  • Mensch ist zur Freiheit verurteilt
  • Verantwortung für Weltsicht und Reaktion
  • Methodik → Selbstexploration, Selbstgestaltung

Techniken der Gestalttherapie

  • Übungen
  • Experimente
  • Hausaufgaben
  • Situationsbezogene Intervention
  • Medien und Modalitäten
1. Übungen
  • Hergestellte Situation → Strukturiert / Inhaltlich definiert
  • Förderung des Bewusstseins der „Patientenselbstgestaltung“
2. Experimente
  • Speziell zugeschnitten
  • Aufforderungen zur Selbstexploration
  • Kompetenzenförderung
3. Hausaufgaben
  • Experimente im Alltag
  • Patientenbeschreibung der Experimente als wichtige Informationsquelle
4. Situationsbezogene Intervention
  • Aussagen/Fragen auf Situation bezogen
  • Rückmeldung der Patientenwahrnehmung
  • Rückmeldung persönlicher Resonanz/Realphantasie
  • Selbstwahrnehmung/Erleben der Gegenwart
  • Erweiterung des Patientenbewusstseins

⇒ Beispiele: Leerer Stuhl, Phantasiegespräche, Selbstgespräche

5. Medien und Modalitäten
  • Körperwahrnehmung, Haltung, Atmung, Bewegung, Mimik, Gestik, etc.
  • Körperarbeit, Tanz, Malen, Gesang, etc.

Feedback

Entscheidend ist die Form des Feedbacks, welche in folgendem Sinne verarbeitet werden sollte. Über diese Perspektive sollten die Patienten informiert werden:

„Ich danke für das Feedback. Ich werde es mir überlegen. Ich bin aber nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr mich haben wollt.“

 
uni-leipzig/psychologie/module/klinisch3/5.txt · Zuletzt geändert: 2013/01/12 12:50 von carlo
 
Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht:CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported
Recent changes RSS feed Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki