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4. Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist die verbreitetste Psychotherapiemethode neben Psychoanalyse und Gesprächspsychotherapie. Sie entwickelte sich von einer streng mechanisch ausgerichteten behavioralen Verhaltenstherapie, hin zu einer Integration kognitiver und behavioraler Ansätze. Die Verhaltenstherapie ist pluralistisch ausgelegt und umfasst eine Vielzahl kombinierbarer Methoden.

  • Verbreitetste Psychotherapiemethode
  • Pluralistische Ansätze
  • Empirisch am besten gesichert
  • Richtlinienpsychotherapie
  • Integration kognitiver und behavioraler Ansätze

⇒ Die Wirkung der Verhaltenstherapie ist wissenschaftlich für die meisten Störungen nachgewiesen

Grundlagen

Merkmale

Ziele
  • Abbau von Problemverhaltensweisen/Symptome
  • Erwerb angemessener Denk-/Verhaltensweisen
  • Verbesserung individueller Funktionsfähigkeiten
Vorgehensweise
  • Beschreibung/Erklärung psychischer Störungen (Einbezug des sozialen Kontextes)
  • Beeinflussung der Störungsverursachenden Bedingungen
  • Kontrolliertes systematische Vorgehen/Effektkontrolle
Menschenbild
  • Aktiver eigenverantwortlicher Patient
Verhaltensbegriff
  • Beobachtbares Verhalten
  • Kognitive, emotionale & physiologische Aspekte

Grundprinzipien

  • Orientiert an empirischer Psychologie
  • Problem-/Störungsorientiert
  • Ansatz an prädisponierenden, auslösenden & aufrechterhaltenden Problembedingungen
  • Zielorientierung
  • Handlungsorientierung
  • Transparenz
  • Keine Begrenzung auf therapeutisches Setting
  • Starke Betonung auf „Her und Jetzt“
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Bemüht um Weiterentwicklung

Richtlinienpsychotherapie

Voraussetzungen für die Zulassung der Verhaltenstherapie als Richtlinienpsychotherapie sind:

  • Behandlungsmethoden sind belegt
  • Umfassendes theoretisches System (Voraussetzung für ätiologisch orientierte Diagnostik)
  • Ganzheitliche Betrachtung des Krankheitsgeschehens
  • Einbeziehung von Psychotherapie und Organtherapie
  • Entwicklung eines Störungsmodell & einer übergeordnete Behandlungsstrategie
  • Orientiert am individuellen Krankheitsgeschehen
  • Systemische Vorgehensweise
  • Verhaltenstherapiebezogene Selbsterfahrung der Therapeuten → Vermeidung manipulativer und nicht personen- und therapiegerechten Einwirkung

Historische Entwicklung

  • Grundlagen / Frühe therapeutische Ansätze (ca. 1900 - 1950)
  • Lerntheoretisch fundierte klinische Ansätze (1950 - 1960)
  • Konsolidierung und Erweiterung (1960 - 1970)
  • Integration lerntheoretischer und kognitiver Ansätze (ab 1970)
  • Komplexe kognitiv-behaviorale Ansätze (DBT, ACT, MBCT, FAP, ab 2000)

Verhaltenstherapeutische Standardmethoden

Standardmethoden

  • Verhaltensanalyse
  • Operante Methoden
  • Reizkonfrontationsmethode
  • Entspannungsmethode
  • Rollenspiel / Soziale Kompetenzen
  • Verdecktes Konditionieren
  • Kognitive Umstrukturierung
  • Methoden der Selbstkontrolle/Selbststeuerung
  • Verhaltenstherapeutische Gesprächsführung

Moderne Standardverfahren

  1. Konfrontations- und Bewältigungsverfahren
  2. Operante Verfahren (1. Welle)
  3. Techniken des Modelllernen
  4. Kognitive Therapieerfahrung (2. Welle)
  5. Selbstkontroll- und Selbstmanagementverfahren (Meichenbaum, Kanfer)
  6. Komplexe kognitiv-behaviorale Verfahren (3. Welle)

1. Konfrontations- und Bewältigungsverfahren

  • Systematische Desensibilisierung
  • Konfrontation mit Reaktionsverhinderung
  • Training der Angstbewältigung
  • Training der Selbstsicherheit

4. Kognitive Therapieerfahrung

  • Verdeckte Verfahren (Homme, Cautela)
  • RET Ellis
  • Kognitive Therapie (Beck)
  • Kognitive Verhaltensmodifikation (Meichenbaum)
  • Problemlösetraining (D’Zurilla, Goldfried, Meichenbaum)
  • Paradoxe Ansätze

6. Komplexe kognitiv-behaviorale Verfahren

  • Schematheoretische Therapie (Young, Beck, Grawe)
  • Ressourcen-Utilisierungs-Therapie (Grawe, Heckhausen)
  • Entwicklungsstrategische Verhaltenstherapie (Sulz, Kagen, Noam)
  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (Linehan)
  • Akzeptanz- und Commitment Therapie, ACT (Hayes) → Veränderung- und Akzeptanzorientierung, Symptome werden nicht direkt beseitigt, es wird versucht die Achtsamkeit weniger stark auf die störungsspezifischen Symptome zu legen
  • Funktional Analytische Therapie, FAP (Kohlberg, Tsai) → Maximierung des therapeutischen Kontakts/Impacts
  • Mindfullness-Based Cognitive Therapy, MBCT (Linehan, Tealsdale) → Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie
  • Functional Analytic Acceptance and Commitment Therapy, FACT
  • Neuropsychotherapie
 
uni-leipzig/psychologie/module/klinisch3/4.txt · Zuletzt geändert: 2013/01/19 11:57 von carlo
 
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