Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

10. Körperorientierte Psychotherapie

Vertreter

Anwendung

Die körperorientierte Psychotherapie kann angewendet werden in:

  • Psychoanalyse → Körperorientierte Psychoanalyse, Bioenergetik, Psychotherapie mit beseelbaren Objekten
  • Gesprächspsychotherapie → Focusing (Gendlin), client centered body work
  • Verhaltenstherapie → Körper- und leiborientierte Verfahren in VT (z.B. Körperorientierte VT)

Theorie

Die theoretischen Grundlagen basieren auf der Arbeit des Psychoanalytikers Wilhelm Reich (Schüler Freuds).

  • Zum Leben gehören Materie und Energie → Lebensenergie für praktische Therapie von zentraler Bedeutung
  • Lebensenergie muss „frei strömen“ und „pulsieren“, Energiestau/Blockierung des Energieflusses führt zu Störungen
  • Neurose manifestiert sich körperlich in einem System statischer/funktioneller Muskelverspannungen („Muskelpanzer“)
  • Ausbildung einer Charakterstruktur → Psychosoziale Manifestation der Neurose
  • Sexualität zentrale Bedeutung für Regulation des EnergiehaushaltesOrgastische Potenz – nach Beseitigung von Muskelverspannung - führt überschüssige Energie ab
  • Oberfläche des Menschen besteht aus CharaktermaskeAbwehr gegen Bedrohung, Darunter Sekundäre Schicht mit schmerzhaften Gefühlen, darunter primäre Schicht mit Kerngefühlen (Lust, Liebe, fundamentales Selbstbewusstsein)
  • Neue Entwicklung: Viscerale Panzerung / Gehirnpanzerung → Brücke zur Psychosomatik (innere Organe, ZNS)
  • Erweiterung um pränatal-embryonale Vorgänge (Boadella)

Pränatal-embryonale Vorgänge (Boadella)

Verlust der drei Keimzellenschichten führt zu Spaltung und in deren Folge zu wesentlichen Abwehrmechanismen:

  • Entoderm → Spaltung des Denkens
  • Mesoderm → Spaltung des Fühlens
  • Ektoderm → Spaltung des Handelns
Abwehrmechanismen
  • Emotionale Ladung → Über-/Unterladung
  • Erdung → Ridigität/Schlaffheit
  • Wahrnehmung → Fokussiert-Eingeengt / Schwebend-Fließend

Grundsätze der Körpertheorie

  • „Ich bin mein Körper“
  • „Der Körper lügt nicht“

⇒ Durch Körperlesen Rückschlüsse auf körperliche und psychische Prozesse

Ziel der Körpertherapie

Das Ziel der Körpertheorie ist das Aufdecken/Auflösen der charakterlichen/muskulären Blockierungen/Abwehrmechanismen.

Methoden und Prinzipien

  • Entscheidende Kriterien sind der therapeutische Prozess, die therapeutische Beziehung, Integration von Denken/Fühlen/Handeln
    Durchführung deshalb nur von approbierten Psychotherapeuten
  • Auflösung charakterlicher/muskulärer Blockaden ist mühsam, schmerzhaft, langandauernd auf körperlicher, emotionaler sozialer Ebene
    Patient bestimmt therapeutischen Prozess

Methoden

  • Funktionsorientierter Körpermethode → Wahrnehmung/Aktivierung
  • Konfliktorientierte Körpermethode → Lösung/Integration

Setting

  • Anamnese, Diagnose → Medizinisch / Psychotherapeutisch
  • Therapievereinbarung
  • Regelmäßige Beziehungsanalyse
  • Ständige Widerstandsanalyse
  • Prozessorientiertes Arbeiten → Therapieprozess bestimmt Übungen/Techniken
  • Integratives Arbeiten → Somato-psycho-soziale Einheit
  • Verhältnis: körperbezogene/integrative Arbeit beträgt 1:3, 1:5

Unterscheidung Therapeutische Sitzung / Therapieprozess

Therapeutische Sitzung
  • Kontaktaufnahme mit Vereinbarung
  • Aktivierung durch Atmung/Übung/Gespräch
  • Körperliche/Emotionale Regungen unterstützen
  • Kognitive Verarbeitung/Integration
  • Beenden/Ausklingen
Therapieprozess
  • Permanente Widerstands- und Übertragungsanalyse
  • Körperorientierte Methoden/Techniken nur ein Teil therapeutischer Techniken
  • Körperorientierte Intervention wird nach Therapieprozess entschieden

Therapeutische Beziehung

Die Rolle des Therapeuten ist aktiv begleitend bis führend. (1) Verbal und (2) Körperlich (Berühren, Halten, Massieren, Umarmen, etc.): Hält Kontakt, stützt, ermutigt, aktiviert, schützt, tröstet, etc.

⇒ Auslösen intensiver Übertragung und Abhängigkeit

Bedingungen

Aus diesem Grund sind strenge Bedingungen für die therapeutische Arbeit nötig:

  • Hinreichend emotionale Gesundheit, Erfahrung, Kompetenz (Selbsterfahrung) des Therapeuten
  • Ständige Übertragungsanalyse
  • Achten auf Entwicklung des therapeutischen Prozesses → Von komplementärer zu symmetrischer Beziehung
  • Flexible/Dynamische Gestaltung der therapeutischen Sitzung → Von Führung durch Therapeuten zu Führung des Spontanprozesses des Patienten
 
uni-leipzig/psychologie/module/klinisch3/10.txt · Zuletzt geändert: 2013/01/15 19:50 (Externe Bearbeitung)
 
Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht:CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported
Recent changes RSS feed Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki