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Emotionale Entwicklung

Was ist eine Emotion?

„Everbody knows what an emotion is, until asked to give a definition..“ (Fehr & Russell, 1984)

Definition

Spezifischer Zustand des Organismus, der eine Reaktion auf einen emotionsspezifischen Anlass darstellt.

  • Abgrenzung von anderen psychischen Zuständen
  • Klassifikation diskreter Emotionsformen (Angst, Ärger, etc.)

⇒ Die Abgrenzung und Klassifikation solle auf Basis eindeutiger objektiver messbarer Kriterien stattfinden.

Modell

Nach Levenson lässt sich der Emotionsverlauf in folgende drei Bereiche einteilen.

  1. Anlass → Ereignis im Individuum, in der Umwelt
  2. ReaktionstendenzEmotionsprototyp → Gesichtsmuskulatur, Autonomes Neervensystem, Subjektives Erleben
  3. Messbare Reaktion

Reaktionsebenen

  • Bewertung
  • Subjektives Erleben
  • Mimischer Ausdruck
  • Physiologische Aktiviertheit
  • Handlungsimpuls

Basisemotionen

  • Ärger
  • Angst
  • Traurigkeit
  • Ekel
  • Freude

⇒ Unterteilungen in Basisemotionen gibt es viele Verschiedene. Negative Emotionen sind dabei zur Zeit meist überrepräsentiert.

Die funktionalistische Sicht

Der Emotion werden bestimmte Funktionen (Anlass, Bedeutung für einen Selbst, Bedeutung für andere, etc.) zugeordnet. Für jede Emotion gibt es in jeder Funktionsbedingung eine spezifische Beschreibung.

Beispiel
  • Emotion → Freude
  • Anlass → Vertrautheit, Genuss
  • Bedeutung für Selbst → Momentane Aktivität fortführen
  • Bedeutung für andere → Bindung durch Übertragung

Entwicklung von Emotion

Differenzierung zu Beginn des Lebens

Die Frage nach der Fähigkeit Emotionen zu Beginn des Lebens differenzieren zu können, ist bedeutend für die Frage in welcher Qualität Emotion angeborenen oder sozialisationsbedingt ist.

Methoden

Die Untersuchung von Säuglingen ist relativ schwierig, da Kinder nicht explizit über Emotionen berichten können. Es können jedoch trotzdem Methoden gefunden werden, mit denen sich die Emotionen von Säuglingen untersuchen lassen. Eine Methode wäre die Klassifizierung kindlicher Emotionsausdrücke. Dieses Verfahren nenne sich MAX (Maximally Discriminative Facial Movement). Dabei werden Bewegungen der Gesichtsmuskulatur bestimmten emotionalen Zuständen zugeordnet.

Dazu gehören
  • Interesse
  • Angst
  • Ekel
  • Freude
  • Traurigkeit
  • Ärger

Probleme

  1. Gefühlsvorhersage → Nicht sicher, ob Ausdruck mit entsprechendem Gefühl einher geht.
  2. Emotionskontrolle → Eventuell nicht nicht im ersten Lebensjahr möglich.
  3. Passungsgedanke → Diskrete Emotionen treten nicht zuverlässig auf (nur „passend“).
  4. Emotionsprägung → Prägung durch kognitive und soziale Erfahrung erst innerhalb der ersten 2 Jahre.

Basisemotionen Angeboren

Theorie der diskreten Emotionen (Izard)
  • Verbindung zwischen Gefühl und Ausdruck
  • Basisemotionen angeboren → Zeigen sich dann früher oder später
Differenzierungstheorie (Sroufe)
  • Keine differenzierte Abgrenzung bei Geburt → Zu Beginn nur positiv/negativ
  • Differenzierung → Soziale und kognitive Entwicklung

Wichtige Meilensteine

#Lächeln

Soziales (Wieder-)Lächeln

Bis zum 3. Monat lächeln Säuglinge eher auf Grund biologischer Prozesse.

Im 3. Monat beginnt das soziale Lächeln des Kindes. Wenn das Kind also angelächelt wird, so lächelt es zurück. Dabei können die Säuglinge bereits zwischen Menschen und animiertem Lächeln (z.B. von Puppen) unterscheiden. Eine Unterscheidung zwischen fremden und bekannten Personen ist jedoch noch nicht möglich.

Ab etwas dem 7. Monat wird das Anlächeln der Personen selektiv. Kinder können dann zwischen Bekannten und Fremden unterscheiden.

Ab etwa 2 Jahren beginnt das Kind nicht nur positive Gefühle zu spiegeln, sondern auch aktiv positive Gefühle bei den Eltern hervorzurufen.

⇒ Entdeckung des Selbst als Handlungsursprung.

Ereigniskontrolle

Kinder beginnen ab etwa dem 3. Monat zu Lächeln, wenn sie erfolgreich Mittel eingesetzt haben um ein Ziel zu erreichen. Nicht nur das Lächeln, auch das Verständnis dafür erfolgt etwa im 3. Monat.

In einer Studie von Lewis, Alessandri und Sullvan (1990) wurde die Emotion bei Ereigniskontrolle in einem Experiment untersucht. Die Kinder konnten über das Ziehen an einer Schnur (Kontingenzgruppe) die Bilder auf einem Bildschirm beeinflussen. In der Kontrollgruppe konnten die Kinder das nicht beeinflussen. (…?)

#Angst

Ängste gibt es in verschiedenen Formen: Fremdenangst, laute Geräusche, unerwartete Bewegungen, neues Spielzeug, etc.

Fremdeln

Das Zeigen von Fremdeln entsteht zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat. In einer milden Form äußert sich dies in Form des Versteckens hinter einer Bezugsperson und einem heimlichen Beobachten der fremden Person.

Angst vor Höhe

Die Wahrnehmung von Höhenunterschieden beginnt bereits mit 1,5 Monaten. Zur Untersuchung wird die Visuelle Klippe verwendet. Bei der visuellen Klippe ist ein mit Karomuster versehener kleiner Abgrund mit einer Glasplatte gesichert. Das Verhalten des Kindes bezüglich dem Umgang mit Tiefe kann in sicheren Verhältnissen geprüft werden.

Erste zögerliche Anzeichen gibt es ab ca. 6 Monaten, aber erst mit ca. 1,5 Jahren zeigen 100% der Kinder Angst an der visuellen Klippe (Siegler et al., 2008).

#Ärger

Ärger zeigt sich vor allem bei erzwungener Handlungsunterbrechung.

Trotz

Trotz tritt erstmals in der Mitte des zweiten Lebensjahrs auf. Der Ursprung der Trotz-Reaktion liegt in dem Lernen einer neuen Kompetenz. Das Kind kann sich vor Beginn der Handlung das Ziel der Handlung bereits vorstellen. An dieser zielgerichteten Handlung sind starken Emotionen geknüpft. Sobald die Handlung zum Ziel unterbrochen wird, entsteht Ärger bzw. eine Trotz-Reaktion.

Ärgerausdruck

Bei einem Experiment werden die Arme des Kindes festgehalten werden, während die Mutter anwesend ist. Die (durchschnittliche) Reaktion variiert zwischen verschiedenen Altersgruppen.

  • 1. Monat → undifferenzierte Mimik, aufschaukeln zum Schreien, Blick ungerichtet
  • 4. Monat → differenzierter Ausdruck, unmittelbare Reaktion, Blick gerichtet (zum Festhaltenden)
  • 7. Monat → differenzierter Ausdruck, unmittelbare Reaktion, Blick gerichtet, Blick zur Mutter

⇒ Ab 4 Monaten wird die Ursache des Ärgers ausgemacht (→ Blick zur festhaltende Person). Die Mutter wird außerdem bereits ab 7 Monaten als helfende Person erwartet (→ Blick zur Mutter).

#Selbstbewertende Emotionen

Selbstbewertende Emotionen wie Scham, Schuld, Stolz oder Neid wird häufig im Kindergartenalter gezeigt. Vor allem Scham und Schuld als selbstbewertenden Emotionen treten auf, sobald das Kind etwas Falsches macht oder ungewollt im Mittelpunkt steht.

  • Schuld → Empathisch, Reue über das eigene Verhalten, Wunsch Folge ungeschehen zu machen
  • Scham → Selbstbezogen, „den Blicken ausgesetzt fühlen“, Wunsch zu verstecken
Vorraussetzung
  1. Objektives Selbstbewusstsein → ca. 18 Monate
  2. Reaktion auf das Selbst → Erkenntnis, dass andere auf das Selbst reagieren

Emotionale Kompetenz

Die emotionale Kompetenz oder emotionale Intelligenz von Salovey, unterteilt sich in vier Bereiche:

  1. Emotionen erkennen
  2. Emotionen verstehen
  3. Emotionen regulieren
  4. Emotionen nutzen

1. Emotionen differenzieren

Habituationsparadigmen

Mit Hilfe von Habituationsparadigmen können Unterscheidungsfähigkeiten bezüglich Emotionen untersucht werden. Dabei werden zunächst mehrfach hintereinander die gleichen emotionalen Ausdrücke präsentiert (von der gleichen Person), so lange, bis sich die Blickzeit (od. z.B. auch Nuckelrate) stabilisiert. Wichtig ist dabei, dass während der Habituationsphase alle Bedingungen konstant gehalten werden. Anschließend wird an einem bestimmten Punkt ein Bild mit einem anderen emotionalen Ausdruck präsentiert. Steigt die Blickzeit bei diesem anderen Bild, so kann von einer Differenzierungsfähigkeit des Kindes ausgegangen werden.

⇒ Eine Unterscheidung ist ab einem Alter zwischen 4 und 7 Monaten möglich.

Guckguck-Spiel Experiment

In allen Durchläufen versteckt sich der Experimentator und zeigt nach dem Hervorkommen im 1. bis 3. Durchlauf Freude. Nach dem 4. Durchlauf zeigt er jedoch Ärger, Traurigkeit oder Angst. Nach dem gleichen Muster wird auch bei Durchgang 5-7 und 8 vorgegangen.

Nach einem Wechsel der Emotion in Durchlauf 4 und 8, schauten die Babys den Experimentator länger an und zeigten einen verstärkten mimischen Ausdruck.

2. Soziale Bezugnahme

Ab einem Alter von 8 bis 12 Monaten verwenden Kinder in mehrdeutigen Situationen die Gesichtsausdrücke anderer Personen.

Visuelle Klippe

Zeigt die Mutter auf der anderen Seite der Klippe Freude, so trauen sich 74% der Kinder (12 Monate) über die Plexiglas-Platte. Zeigt die Mutter jedoch Angst, so traut sich keines der Kinder (12 Monate) über die visuelle Klippe.

3. Verständnis von Emotionsauslösern

  • Freude → ab 3 Jahren
  • Angst, Ärger, Traurigkeit → späteres Vorschulalter
  • Scham, Schuld (Moralische Emotion) → mittleres Grundschulalter

Situationen als Emotionsauslöser

Anhand von Bildern mit bestimmten emotionalen Situationen kann geprüft werden, ob Kinder entsprechende Emotionen zuordnen und bewusst verarbeiten können.

Als Erstes können Kinder freudige Situtionen benennen (3. Jahr), danach folgen Angst, Ärger und Traurigkeit. Erst ab dem 7. Lebensjahr können komplexe selbstbewertende Emotionen benannt werden.

Wünsche als Emotionsauslöser

Mit dem Verständnis darüber, dass Wünsche ein Emotionsauslöser sein können, ist eine Verknüpfung von den Gefühlen einer anderen Person und dessen Wünschen, Zielen und Bedürfnissen gemeint.

  • Die selbe Situation kann unterschiedliche Gefühle auslösen.
  • Gefühle anderer Personen sind von Wünschen und Zielen abhängig
  • Gefühle sind von Erinnerungen abhängig
Beispiele
  • Tom und Peter → Abhängigkeit von Wünschen und Zielen
  • Hase und Wolf → Abhängigkeit von „Wissen“ über Situation
  • Geschichte → Warum werden welche Emotionen ausgelöst
  • Smarty-Test → Siehe unten

Definition Theory of Mind

Die Theory of Mind meint ein grundlegendes Verständnis davon, wie der Verstand funktioniert und wie er das Verhalten beeinflusst.

Kinder verstehen erst mit 5 Jahren, dass Menschen nach ihren Überzeugungen handeln, selbst dann, wenn diese Überzeugungen falsch sind.

Beispiel: Smarties-Test

Kind → Schatel mit Smarties → Kein Smarties, sondern Stifte drin

Frage an Kind: „Was glaubst du würde ein anderes Kind denken ist in der Schachtel?“

  • Über 5 Jahre: „Das andere Kind wird denken es sind Smarties drin.“
  • Unter 5 Jahre: „Das andere Kind wird denken es sind Stifte drin.

4. Echtes vs. falsche Emotionen / Soziale Ausdrucksregeln

Enttäuschungsparadigma

Das Kind wird im Enttäuschungsparadigma gebeten dem Experimentator bei einer Aufgabe zu helfen. Es werden dabei hohe Erwartungen geweckt (z.B. in Form eines großen Geschenkes), falls das Kind helfen sollte. Nach Erledigung der Aufgabe wird die Erwartung erfüllt oder nicht erfüllt. Dies geschieht bei Anwesenheit oder Abwesnheit des Experimentators.

Bereits ab 3 Jahren war es den Kindern möglich ihre wahren Gefühle zu maskieren (z.B. Freude zu zeigen, obwohl sie enttäuscht waren), sofern der Experimentator anwesend war. Ein bewusstes benennen des „Täuschungsverhaltens“ ist jedoch erst mit ca. 6 Jahren möglich.

Beurteilungsexperiment

Im Beurteilungsparadigma wird eine Geschichte präsentiert, bei der eine Person mit absicht versucht Emotionen zu verbergen. Das Kind wird dann gefragt, welche Emotionen die Person wirklich hat und welche Emotionen die Person zeigt.

Mit Hilfe dieses Paradigmas kann überprüft werden, ob Kinder im getesteten Alter eine falsche Emotion bewusst erkennen können.

Ausdrucksregeln

Ausdrucksregeln (Display Rules) sind Regeln, welche festlegen unter welchen Umständen bestimmte Emotionen angemessen sind.

Echte und falsche Emotionen können auch deshalb vor allem ab 6 Jahren identifiziert werden, da ab 6 Jahren bereits viele Ausdrucksregeln sicher bekannt sind.

Die Funktion von Ausdrucksregeln ist der Schutz der eigenen oder einer anderen Person.

Ausdrucksregeln - Studie

Den Kindern wurde eine Geschichte gezeigt, in der es am Ende möglich war eine Ausdrucksregel zu befolgen oder nicht. Die Kinder sollten die Situationen beurteilen und bewerten. Sie sollten also nicht nur sagen wie sie handeln, sondern auch warum.

Dabei gibt es verschiedene Reaktionen (Bezug auf Beispiel aus Vorlesung …):

  • Echt → Enttäuschung zeigen, obwohl Regulierung hätte stattfinden sollen
  • Echt → Freude zeigen → Keine Regulierung nötig
  • Echt → Enttäuschung zeigen → Authentische Reaktion
  • Reguliert → Freude zeigen → Obwohl unglücklich

In diesem Experiment wurde zwischen verbaler und mimischer Reaktion unterschieden. Diese unterteilten sich jeweils nochmal in Prosozial und Selbstschutz.

Dabei waren die verbalen Reaktionen konstant höher, als die Mimischen und die Prosozialen höher, als die Reaktionen aus Selbstschutz. Alle Verhaltensweisen stiegen bis 5 Lebensjahr an und traten dann in einer konstanten Häufigkeit auf.

Entwicklung Emotionsregulation

Entwicklung zur Selbstregulation

Mit der Entwicklung zur Selbstregulation ist gemeint, dass sich die Abhängigkeit von anderen bezüglich der Emotion immer mehr verringert. Ein Kind entwickelt sich von einer Regulation durch andere mit der Zeit zu einer Selbstregulation. Dabei gibt es verschiedene Entwicklungsstufen:

  1. Ortogenetischer Ausgangspunkte → Regulation durch Bezugsperson
  2. Ersten Lebensmonate → Blickbewegung (Blickabwendung)
  3. Zunehmende motorische Kontrolle → Verhaltensebene (Vermeidung, Ablenkung)
  4. Zunehmende kognitive Entwicklung → Bewertungsebene (Umdeutung)
  5. Zunehmende Sprachentwicklung → Verbale Ebene (Auseinandersetzung)

Kognitive Strategien

Beispiel Belohnungsaufschub

Damit ist gemeint, dass kurzfristige Belohnungen aufgeschoben werden, um langfristige Ziele zu erreichen.

Im Experiment, wenn Kinder dazu aufgefordert werden einer kurzfristigen Belohnungen zu entsgaen um eine größere zu bekommen, können z.B. folgende Verhaltensweisen beobachtet werden:

  • Hände vors Gesicht
  • Singen
  • Spiele mit Händen und Füßen erfinden
  • Einschlafen

Wenn man die Kinder fragte an was sie dabei gedacht haben ergab sich folgendes:

  • An etwas anderes denken → z.B. Weihnachten
  • Abstraktes Nachdenken über Süßigkeiten → z.B. Wolke
  • An Aufgabe denken → z.B. Werte („Es ist gut warten zu können“)

Prozessmodell der Emotionsregulation

Das Prozessmodell der Emotionsregulation gibt 5 Gruppen (Zeitpunkte) an, zu denen eine Regulation der Emotion stattfinden kann.

  1. Situationsauswahl → Vor der Situation
  2. Situationsänderung → Situation
  3. Aufmerksamkeitsmodulation → Aufmerksamkeit während der Situation
  4. Neu-Bewertung → Bewertung bei der Situation
  5. Reaktionsmodulation → Reaktion

Empathie und prosoziales Verhalten

„Empathie ist eine Reaktion auf die Gefühlslage einer anderen Person. Dabei geht es darum, die Gefühle des Anderen zu teilen und zu verstehen, wobei das Gefühl auf den Anderen bezogen bleibt und als dessen Gefühl erkannt wird.“ (Bischof-Köhler, 2000)

Dabei ist Empathie keine Gefühlsansteckung (einfaches Übertragen des Gefühls), sondern:

  • Empathische Akkuratheit → Korrektes Erkennen der Gefühle des anderen
  • Gefühlskongruenz → Gefühle des anderen teilen
  • Mitleid → Sich um den anderen sorgen
  • Prosoziales Verhalten → Dem anderen aktiv Helfen
Problem Studien

Bei Studien mit Empathie wird überwiegend das Verhalten untersucht. Dabei kann es passieren, dass ein scheinbar prosoziales Verhalten ohne wirkliche Empathie auftritt oder trotz Empathie anscheinend kein prosoziales Verhalten gezeigt wird.

Prosoziales Verhalten

In sehr eindeutigen Situationen kann prosoziales Verhalten bereits ab 18 Monaten auftreten. Die Kinder halfen trotz ihres jungen Alters bereits mit einer Latenz von 5,2 sek, meist bevor die erwachsene Person das Kind anschaute oder das Problem verbalisierte.

Entwicklungsmotoren

  1. Unterscheidung Ich-Andere
  2. Theory of Mind → Gefühle, Gedanken, Wünsche können sich von anderen unterscheiden
  3. Situationsübergreifendes Bewusstsein → Lebensgeschichte und Identität kann Verhalten in Situation beeinflussen
  4. Emotionsregulation → Eigene Emotion in Toleranzbereich halten können
  5. Erziehungsstil → Modellhaftes Verhalten, Respektvoller Hinweis auf negative Konsequenzen
 
uni-leipzig/psychologie/module/entwicklung/4.txt · Zuletzt geändert: 2012/02/16 00:21 (Externe Bearbeitung)
 
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