Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

2. Prosoziales Verhalten

2.1. Parental Presence

Einführung

In einer vorigen Studie wurde nachgewiesen, dass bereits 20 monatige Kinder intrinsisch motiviert prosoziales Verhalten zeigen. Der Overjustification-Effect scheint bei Ihnen zu wirken.

  • 20 monatige Kinder zeigen intrinsisch motiviertes prosoziales Verhalten (Helfen)
  • Overjustification-Effect wirkt

Probleme

Bei der Studie waren immer Eltern anwesend. Dies könnte das Verhalten der Kinder beeinflusst haben:

  • Autorität anwesend
  • Angeben vor Eltern
  • Erfreuen der Eltern
  • Vermeiden von Ärger

⇒ Trotz sorgfältiger Instruktion kann subtiles beeinflussendes Verhalten vorliegen

Hypothesen

  • Anwesenheit der Eltern beeinflusst Bereitschaft zu Hilfeleistung

Durchführung

Das Experiment wurde in 3 Phasen durchgeführt:

  • Warm-up-Phase
  • Treatment-Phase → Eltern: Aktiv, Passiv, Nicht anwesend
  • Test-Phase → Bei allen Kindern gleich

Treatment-Phase

In der Treatment-Phase (Phase 2) greift ein Experimentator nach eine heruntergefallenen Objekt. Es wird zunächst abgewartet ob das Kind reagiert. Falls nicht, erfolgt 15 Sekunden eine Objektbenennung und das Kind wird angeschaut.

⇒ Wenn das Kind 5 mal geholfen hat, kam es weiter in die Test-Phase

Elternverhalten
  • Aktiv → Ermutigt Kind 30 Sekunden
  • Passiv → Ohne Aktion
  • Abwesend → Hinter Vorhang

Test-Phase

In der Test-Phase (Phase 3) wird erneut nach dem heruntergefallenen Objekt gegriffen. Der Verlauf ist zu dem in der Treatment-Phase identisch.

⇒ In Test-Phase waren alle Eltern abwesend

Ergebnisse

  • Kinder brauchten unabhängig von der Elternanwesenheit immer gleich viele Trails bis sie halfen
  • Kinder halfen unabhängig von der Elternanwesenheit bei fast allen Durchgängen
  • Elterliche Ermutigung hatte keinen Effekt
  • Unbelohntes Hilfeverhalten wurde fortgesetzt → Obwohl Unterbrechung des Spiels nötig

Folgestudie

Es wurde angenommen, dass evtl. ein Deckeneffekt vorliegt (zu starke Tendenz zu helfen). Insgesamt wurde selbst krtisiert:

  • Potentieller Deckeneffekt
  • Schlechte Standardisierung
  • Zu kleine Stichprobe

In diesem Experiment war es jedoch notwendig eine Barriere zu überwinden um zu helfen (Erhöhung der Schwierigkeit).

In der Treatment-Phase waren zwei Experimentatoren beteiligt. E1 äußert sich nicht und greift nur zweimal, während E2 variiert wurde:

  • Anweisungen → Sagt dem Kind was zu tun ist
  • Ermutigung → Betonung des Problems
  • Nicht anwesend → Kind allein mit E1

⇒ Keine signifikanten Unterschiede bzgl. (1) Konditionierungseffekten in Test-Phase oder (2) Dauer des Helfens

Fazit

  • Kinder helfen intrinsisch motiviert → Unterbrechen Spiel, überwinden Hindernisse
  • Korrumpierungseffekt → Intrinsische Motivation lässt sich durch extrinsische Anreize untergraben
  • Anwesenheit von Eltern trägt nicht zu einer erhöhten Hilferate bei
  • Art der Motivation (ermutigend oder anweisend) durch Andere ändert Hilfeverhalten nicht

⇒ Kinder helfen von allein und nicht nur, um auf (1) kommunikative Bitte und auf (2) verlangendes Verhalten zu antworten

2.2. Parenting Practices

Einführung

Soziales Lernen

Soziales Lernen erfolgt durch (1) Mimicry und (2) Konditionierung.

  • Mimicry
  • Konidtionierung

Eltern (bzw. Erziehung) wichtig für (1) Empathie und (2) prosoziales Lernen

Empathie

Nach Hoffmann (1984) kann die Empathie in zwei Komponenten eingeteilt werden:

  • Emotionale/Affektive Komponente → Stellvertretende emotionale Reaktion
  • Kognitive Komponente → Bewusstheit über internen Zustand (Perpective Taking)

Theory of Mind als eine Form des Perspective Taking

ToM und PT
  • Signifikanter Zusammenhang zwischen ToM und PT
  • Beide führen zu prosozialem Verhalten

Hypothesen

  • Erziehung hat positiven Einfluss auf kognitive Empathie und damit auch auf prosoziales Verhalten
  • Ermutigung zur Perspektivenübernahme erhöht prosoziales Verhalten
  • Hohe dispositionale Empathie der Eltern führt zu erhöhter Ermutigung zur Perspektivenübernahme

Durchführung

Untersucht wurden Grundschulkinder. Kinder, sowie deren Eltern wurden mit verschiedenen Methoden getestet.

Theory of Mind
  • Diverse Disires → Verständnis, dass andere Wünsche haben, die sich von den eigenen unterscheiden können
  • Diverse Belief → Verständnis, dass andere Überzeugungen haben, die sich von den eigenen unterscheiden können
  • Contents False Belief → Verständnis, dass andere falsche Übrzeugungen haben können
Perspektive Taking

Verwendet wurden „Emotional Perspektive Taking Tasks“. Ablauf:

  • Bilder mit je einem glücklichen/unglücklichen Gesicht → Kind lernt auf korrekte Emotion zu deuten
  • Kind soll eigenen Freund benennen → Eine Geschichte wird erzählt, Freund wird eingebaut
  • Emotion des Freundes soll benannt werden → Durch deuten auf korrektes Gesicht
Weitere Aspekte
  • Prosoziales Verhalten → Fragebogen für Eltern/Erzieher
  • Ermutigung zur Perspektivenübernahme → Zwei Items für Eltern
  • Mütterliche dispositionale Empathie → Fragebogen für Eltern

Ergebnisse

Im groben wurden die Hypothesen bestätigt. Außerdem wurde ein Modell mit den Zusammenhängen erstellt.

Prosoziales Verhalten

Fazit

Hohe Bedeutung von Erziehung für prosoziales Verhalten. Im Allgemeinen ist dabei wichtig:

  • Warmer, sensibler, bereithaltender Erziehungsstil
  • Ermutigung zur Perspektivenübernahme
 
uni-leipzig/psychologie/module/entwicklung2/seminar/2.txt · Zuletzt geändert: 2013/07/08 18:08 (Externe Bearbeitung)
 
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