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7. Entwicklungsberatung

1. Was ist die Aufgabe der Entwicklungsberatung?
  • Förderung intentionaler Selbstentwicklung
  • Berücksichtigung kontextueller Möglichkeiten/Grenzen
2. Was bildet die wissenschaftliche Grundlage der Entwicklungsberatung?
  • Entwicklungspsychologie der Lebensspanne → Erfolgreiche Entwicklung
  • Motivationstheorien → Zielsetzung, Zielverfolgung
  • Positive Psychologie → Kompetenzfokus
3. Nennen Sie drei Anwendungsbereiche der Entwicklungsberatung!
  • Förderung der frühkindlichen Entwicklung
  • Förderung sozialer Kompetenzen in der Schule
  • Optimierung beruflicher Karriere
  • Beratung zum Übergang in Ruhestand
  • Prävention zum Erhalt kognitiver Leistung im Alter
4. Was ist die Indikation für Entwicklungsaufgaben bzw. wann findet Entwicklungsberatung statt?
  • Wendepunkte/Übergänge im Lebenslauf
  • Nicht normative kritische Lebensereignisse
  • Historische/Gesellschaftliche Ereignisse
5. Nennen Sie drei aktuelle Herausforderungen "unserer Zeit"!
  • Lebenslanges Lernen
  • Wissen über kürzere Halbwertszeiten (technischer Fortschritt)
  • Mehrere Berufskarrieren / Parallele Jobs
  • Familiengründung nicht selbstverständlich
  • Zunehmende Scheidungsraten
  • Multikulturelle Gesellschaft
6. Was sind die Ziele der Entwicklungsberatung?
  • ⇒ Prinzipiell: Minimierung von Verlusten, Optimierung von Gewinnen
  • Negative Affektivität reduzieren, Positive erhöhen
  • Positive Emotionen kultivieren, Wert Negativer erkennen
  • Lebensplanung zwischen Anpassung/Wachstum
  • Probleme mittels hartnäckiger Zielverfolgung/Zielanpassung lösen
7. Was ist positiver/negativer Affekt?
  • Positive Affektivität → Glück, Angeregtheit, Begeisterung, Aktivität
  • Negative Affektivität → Niedergeschlagenheit, Ängstlichkeit, Aggressivität, Schuld
8. In welcher Theorie werden positive Emotionen als Ressourcen betrachtet? Welche Funktionen haben diese?
  • Broaden-and-Build Theory of Positive Emotions
  • Funktionen
    • Erweitern momentanes Repertoire an Gedanken/Verhaltensweisen
    • Tragen zum Aufbau dauerhafter Ressourcen bei (gesundheitlich, sozial, intellektuell)
9. Was fördern induzierte positive und negativer Emotionen? Nenne Sie je 3 Beispiele!
  • Induzierte positive Emotionen fördern
    • Kreatives Problemlösen
    • Kognitive Fähigkeiten
    • Verwendung von Heuristiken
    • Interesse an sozialen/sportlichen/freizeitlichen Aktivitäten
    • Zugehen auf Andere
    • Prosoziales Verhalten
    • Kooperation bei Konflikten
  • Induzierte negative Emotionen fördern
    • Systematische/Datenorientiere Informationsverarbeitung
    • Risikovermeidung
    • Bewährte Strategien
10. Welchen Wert haben negative Emotionen?
  • Signale für Probleme in der Individuum-Umwelt-Beziehung
  • Motivieren zu Aktivitäten die zur Beseitigung von Problemen beitragen
11. Was bedeutet Anpassung und Wachstum? Wie verändern sich die beiden Pole im Alter?
  • Anpassung
    • Sicheres Leben
    • Achtung vor anderen
    • Regeln einhalten
    • Selbstkontinuität
  • Wachstum
    • Lebenseinsicht gewinnen
    • Vorbild für andere sein
    • Regeln hinterfragen
    • Selbsterweiterung
  • Altersentwicklung
    • Anpassung nimmt zu → Verträglichkeit, Pflichtbewusstsein, Entwicklungsaufgaben
    • Wachstum nimmt ab → Offenheit, Weisheit, Flexibilität
12. Welches Modell geht von einer Diskrepanz zwischen Zielverfolgung und Zielanpassung aus? Was beschreibt das Modell genau?
  • Modell von Brandstädter
  • Zielverfolgung → Konvergente/Zielfokussierte Informationsverarbeitung
    → Überbetonung von Nutzen, Übermäßige Ressourcenbindung, Erschöpfung
  • Zielanpassung → Divergent-holistische Informationsverarbeitung
    → Überbetonung von Kosten, Mangelnde Ausnutzung von Handlungsmöglichkeiten
  • Resultat
    • Wahrgenommene Kontrolle/Ressourcen
    • Substituierbarkeit von Zielen
    • Selbstkomplexität
  • Alterseffkt
  • Sinkende hartnäckige Zielverfolgung → “… strenge ich mich umso mehr an.“, “…kämpfe ich für meine Ziele.“
  • Steigende flexible Zielverfolgung → “… mache ich das Beste daraus.“, “… passe ich mich relativ leicht an.“
13. Beschreiben Sie den Prozess der Entwicklungsberatung!
  • Selbstbeobachtung → „Wer bin ich?“, „Wie bin ich so geworden?“, „Was habe ich davon?“
  • Zielsetzung → „Was will ich werden?“, „Wohin will ich mich verändern?“
  • Zielverfolgung → „Wie kann ich mein Ziel erreichen?“
  • Evaluation/Rückblick → „Habe ich meine Ziele erreicht?“, „Was hat geholfen?“, „Was hat mich behindert?“
14. Welche Verzerrungseffekte entstehen bei der Selbstbeobachtung (inakkurate Selbstbeobachtung)?
  • Positivitätseffekte/Affektoptimierung
  • Optimismus/Kontrollillusion
  • Selbstimmunisierung/Neubewertung
15. Welches Spannungsfeld kann sich bei der Selbstbeobachtung ergeben?
  • Inakkurate Selbstbeobachtung (positive Realtitätsumdeutung) kann Handlungsdruck vermindern und korrigierendes Eingreifen verschieben
  • Akkurate Selbstbeobachtung kann ebenfalls Handlungsbereitschaft minimieren (z.B. Resignation, Depressivität)
16. Was versteht man unter persönliches Zielen?
  • Antizipierte Zustände/Ereignisse
  • Individuelle Bedeutung
  • Zeigt was erreicht/vermieden werden will
17. Welche Komponenten haben persönliche Ziele?
  • Kognitiv → Repräsentation des Zielzustandes/Ausgangszustandes/Strategien/Mittel
  • Affektiv → Anreize die im Handeln selbst (Ergebnissen/Folgen) begründet sind
  • Verhaltensbezogen → Konkrete Handlungsschritte, Koordinierte Ausführung
18. Nenne 4 selbstregulative Strategien!
  • Zeitmanagement → Beginn, Prioritäten, Abschluss, etc.
  • Ressourcenmanagement → Verfügbare Fähigkeiten, Hilfsmittel, etc.
  • Beziehungsmanagement → Unterstützung, Rücksicht, etc.
  • Emotionsmanagement → Umgang mit Frustration, Ängsten, etc.
19. Welche Herausforderungen gibt es bei der Setzung/Verfolgung von Zielen (Eigenschaften)?
  • Oft als Vermeidungsziel formuliert → Annährungsziele formulieren
  • Äquifinal → Mehrere Mittel zur Erreichung möglich
  • Multifinal → Ein Mittel kann mehreren Zielen dienen
  • Inkompatibilität → Ziele können untereinander inkompatibel sein (Prioritäten, Vereinbarkeiten prüfen)
  • Entgegen impliziter Hintergrundziele (Basale Motive) → Implizite Ziele können dem eigentlichen Ziel zuwiderlaufen
  • ⇒ Aufgabe ist die (1) Differenzierung und (2) Integration
20. Wie können Ziele erfasst werden?
  • Idiographischer Ansatz → „Herausfinden allgemeingültiger Gesetze“
  • Nomothetischer Ansatz → „Analyse situativer (zeitlich/räumlich) Gegenstände“
  • Beispiel → Offenes Antwortformat, Geschlossene Skala
21. Welche Zieldimensionen können unterschieden werden? Wozu sind sie wichtig?
  • Zielbindung → Hohes/Geringes Engagement
  • Ressourceninvestition
  • Zielorientierung → Erreichen, Aufrechterhalten, Vermeiden
  • Zielfokus → Prozess/Ergebnis
  • Zielquelle → Intrinsisch/Extrinsisch
  • Selbstwirksamkeit
  • ⇒ Wichtig zur Erfassung von Zielen
22. Was bezeichnet primäre und sekundäre Kontrolle?
  • Primäre Kontrolle → Veränderung der Umwelt gemäß persönlicher Ziele
    • Selektiv → Investition interner Ressourcen (z.B. Anstrengung, Fähigkeiten, Zeit)
    • Kompensatorisch → Investition externer Ressourcen (z.B. Hilfe, Rat, neue Mittel)
  • Sekundäre Kontrolle → Anpassung persönlicher Ziele an die Umwelt
    • Selektiv → Selbstregulation bzgl. einmal gesetzter Ziele (Subjektive Kontrolle, Positive Konsequenzen, Auf- und Abwertungsprozesse)
    • Kompensatorisch → Zielablösung, Selbst-protektive Mechanismen
  • Nach Trennung
    • Junge Erwachsene eher primäre Kontrolle → Erhöhte Verpflichtung für Ziel „Partnerschaft“
    • Ältere Erwachsene eher sekundäre Kontrolle → Distanzierung vom Ziel „Partnerschaft“
  • Frauen
    • Erreichen des gebärfähigen Alters eher primäre Kontrolle → Erhöhte Verpflichtung für Ziel „Kinder bekommen“
    • Nach gebärfähigem Alter (kinderlos) eher sekundäre Kontrolle → Distanzierung vom Ziel „Kinder bekommen“
23. Wie erfolgt die Verfolgung von Entwicklungszielen?
  • Abwägen → Rubikon (Intentionsbildung)
  • Planen und Handeln → Je nach Dringlichkeit (Entwicklungsfrist)
  • Bewertung → Erfolg/Misserfolg
24. Beschreiben Sie die Praxis der Entwicklungsberatung!
  • Übersetzen von Modellen → Anpassen an Problem des Klienten
  • Balance halten → Informationsvermittlung, Beratung, Emotionale Unterstützung
  • Im begrifflichen Rahmen des Klienten bleiben
  • Diskurs über Ziele/Mittel → Zielstrukturen gemeinsam erarbeiten, Teilaspekte integrieren
  • Narrative („erzählende“) Bedeutungsherstellung
 
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