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6. Partnerschaft und Entwicklung II

1. Was versteht man unter einer Persönlichkeitseigenschaft? Wie werden diese Eigenschaften sortiert?
  • Hypothetisches Konstrukt → Abstraktion konkreter Verhaltensweisen/Gewohnheiten
  • Relativ überdauerndes Muster (quantitativ messbar) → Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen
  • Viele Situationen / Über längeren Zeitraum hinweg
  • Konzipiert als stabil/situationsübergreifend
  • → Hierarchische Struktur
  • Eigenschaft → z.B. Gewissenhaftigkeit
  • Facette → z.B. Ordnungsliebend, Leistungsorientiert, Besonnen
  • Verhaltens-/Erlebensweisen in konkreten Situationen → Je Facette viele Einzelsituationen
2. Welches Verfahren kann eingesetzt werden um Persönlichkeitseigenschaften zu bestimmen? Weche Eigenschaften hat dieses Verfahren?
  • → Induktives Verfahren
  • Möglichst große Stichprobe von Verhaltens-/Erlebensweisen
  • Möglichst große Stichprobe von Personen
  • Faktorenanalyse als statistisches Verfahren
3. Nennen Sie ein Persönlichkeitskonzept und seine enthaltenen Persönlichkeitseigenschaften!
  • → Big Five
  • Extraversion → Warmherzigkeit, Großzügigkeit, Dominanz, Aktivität, Suche nach Stimulierung, Positive Emotionen
  • Neurotizismus → Ängstlichkeit, Verletzlichkeit, Deprimiert, Hohe Selbstaufmerksamkeit, Ärger/Feinseligkeit, Impulsivität
  • Offenheit → Phantasiewelt, Kunst/Ästhetik, Gefühle, Unternehmungen, Ideen, Werte
  • Verträglichkeit → Vertrauen, Altruismus, Freimütigkeit, Treue, Bescheidenheit, Mitgefül
  • Gewissenhaftigkeit → Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsorientierung, Disziplin, Besonnenheit
4. Welche Arten von Stabilität der Persönlichkeit können unterschieden werden? Wie entwickeln sich die Stabilitäten im Alter?
  • Positionsstabilität → Stabilität interindividueller Unterschiede
    • Zunahme im Alter (je Älter, desto stabiler)
  • Niveaustabilität → Stabilität des Mittelswerts (Absolute Stabilität)
    • Extraversion, Neurotizismus nimmt ab, Gewissenhaftigkeit nimmt zu
    • Spiegeln die Wirksamkeit kulturübergreifender Entwicklungsaufgaben wieder
5. In wiefern wirkt sich eine Partnerschaft auf die Persönlichkeitseigenschaften aus? Bzw. kann eine Partnerschaft als Ressource dienen?
  • Veränderten sich nicht:
    • Extraversion
    • Freundlichkeit
  • Veränderten sich:
    • Neurotizismus → In Beziehung weniger
    • Gewissenhaftigkeit → In Beziehung mehr
    • Schüchternheit/Selbstbewusstsein → In Beziehung weniger
  • ⇒ Neurotizismus/Gewissenhaftigkeit erhöht sich auch mit dem Alter, war jedoch in Partnerschaften besonders ausgeprägt
  • In Beziehungen mit 18 → Negativer Affekt niedriger, Positiver Affekt & Besonnenheit höher
  • Gute Beziehung mit 21 → Geringerer negativer Affekt
  • Zunahme der Beziehungsqualität bis 26 → Sinkender negativer Affekt, Erhöhter positiver Affekt, Erhöhte Besonnenheit
  • ⇒ Wenn der gleiche Partner bleibt treten die Effekte verstärkt auf
6. Kann die Persönlichkeit ein Prädiktor für die Partnerschaftsqualität sein?
  • Ja
    • Zusammenhang zw. NA der Partner → .09
    • NA des Mannes auf Zufriedenheit des Mannes → -.30
    • NA des Mannes auf Zufriedenheit der Frau → -.14
    • NA der Frau auf Zufriedenheit der Frau → -.36
    • NA der Frau auf Zufriedenheit des Mannes → -.14
  • ⇒ Negativer Affekt (NA) der Partner wirkt sich auf Zufriedenheit der Beziehung aus
7. Welche Annahme trifft die Balancetheorie?
  • Balance von quantitativem Verhältnis positiver/negativer Verhaltensweisen
    • Stabile Partnerschaften → 5:1
    • Instabile Partnerschaften → Angleichend
8. In welchem Verhältnis sollten positive/negative Verhaltensweisen in einer Beziehung stehen? Wie heißt das zueghörige Modell?
  • Balancetheorie
  • → siehe (7)
9. Welche Paartypen gibt es? Beschreiben Sie diese! Welche sind stabil, welche instabil?
  • Stabil → (1) Regulierte Interaktion, (2) Gegenseitiger Respekt, (3) Partner positiv zugewandt
    • Validators (wertschätzende Partnerschaft) → Überzeugungsversuche in Argumentationsphase, Offenheit für Vorschläge/Angebote des Anderen, Moderate Affektivität
    • Volatiles (impulsive Partnerschaft) → Hohes Engagement in allen Phasen der Auseinandersetzung (viele Überzeugungsversuche), Relativ hohe Affektivität (negativ und positiv)
    • Avoiders (vermeidende Partnerschaft) → Insgesamt kaum Überzeugungsversuche, Unterschiedliche Standpunkte akzeptiert, Relativ geringe Affektivität
  • Instabil → (1) Abwärts gerichtete Interaktionsspirale, (2) Eskalation und Ausstieg
    • Hostile (feindselige engagierte Partnerschaft) → Negative Interaktion (Wechsel zw. Feinseligkeit & Engagement)
    • Hostile/detaced (feindselig distanzierte Partnerschaft) → Negativer Interaktion (Wechsel zw. Feindseligkeit & Distanziertheit/Vernachlässigung)
10. Was beschreibt das Kaskadenmodell?
  • ⇒ Wie aus schwieriger Situation Trennung entsteht
  • Kritik → Vorwürfe, Nörgeln, sich Beklagen
  • Verachtung → Herabwürdigung des Partners
  • Defensivität → Grundsätzliche Abwehrhaltung, Verteidigung
  • Mauern → Rückzug, Ignorieren, Abwendung vom Partner
11. Welches Modell beschreibt das Zustandekommen einer Trennung?
  • Kaskadenmodell
12. Gibt es Altersunterschiede im Konfliktverhalten? Wie äußern sich diese?
  • Ältere vermeiden Konflikte eher
  • Ältere führen (unvermeidbare) Konflikte weniger aktiv/offen
  • Ältere erleben (unvermeidbare) Konflikte mit weniger negativen Emotionen
  • Stimmen mit Ergebnissen der Sozioemotionalen Selektivitätstheorie überein (emotionale Gewinne im Alter)
  • Evidenz für kognitive Verluste im Alter → Komplexität des Wissens über Konflikte

⇒ Genaueres siehe Altersunterschied im Konfliktverhalten

13. Was besagt die dynamische Integrationstheorie?
  • Affekt-Optimierung
    • (1) Maximierung positiven Affekts, (2) Minimierung negativen Affekts
    • ⇒ Positives Selbstbild bewahren (vermeiden negativer, suchen positiver Reize)
  • Affekt-Komplexität
    • Integration/Koordination von positivem/negativem Affekt in flexible/differenzierte Strukturen
    • ⇒ Komplexes/Integriertes Verständnis des emotionalen Lebens des Selbst und Anderer
    • Emotional-kognitive Schemata werden von einfachen zu immer komplexeren Strukturen aufgebaut (Anpassung an Umwelt)
    • Komplexere emotional-kognitive Repräsentationen beinhalten bzgl. affektiver Informationen mehr (1) Intention, (2) Kontrolle, (3) differenzierte Repräsentationen
14. Wie verhalten sich Affekt-Optimierung und Affekt-Komplexität im Altersverlauf?
  • Affekt-Komplexität → Anstieg bis ins mittlere Alter, dann Absinken
  • Affekt-Optimierung → Anstieg bis ins hohe Alter (positiver Affekt steigt, negativer Affekt sinkt)
 
uni-leipzig/psychologie/module/entwicklung2/fragen/6.txt · Zuletzt geändert: 2013/08/04 14:02 (Externe Bearbeitung)
 
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