Diese Website ist inzwischen veraltet, wird nicht mehr gepflegt und wird voraussichtlich in einigen Monaten offline genommen. Wenn jemensch Interesse daran hat die Inhalte zu übernehmen und weiter zu pflegen, kotanktiert mich bitte über exploeco.de. Ich würde mich sehr freuen, wenn die Inhalte eine Zukunft hätten. Ich stelle gerne alles Notwendige zur Verfügung und bin auch gerne bei der Einrichtung einer neuen Website oder eines neuen Wikis behilflich. Gerne kann auch ein ehemals gestarteter Ansatz reaktiviert werden, unter wiki.fsrpsy-leipzig.de.

10. Produktivität über die Lebensspanne

1. Nennen Sie einige Fakten bzgl. des demografischen Wandels!
  • Durchschnittsalter (Deu) → Heute: 42 Jahre, 2050: 50 Jahre
  • Durchschnittliche Lebenserwartung mehr als doppelt so hoch wie Lebensarbeitszeit (37,5 Jahre)
  • Für einen Ruheständler → 1955: Fünf Erwerbstätige, 1991: Vier Erwerbstätige, 2006: Drei Erwerbstätige
  • Geburtenstärkster Jahrgang 1964 ist spätestens 2029 in Rente → Ab dann Abnahme der Zahl der Erwerbsfähigen
  • Verdreifachung der über 80 Jährigen bis 2050
2. Worin besteht die psychologische Fragestellung bzgl. der Produktivität im Alter? Wo liegen Gefahren?
  • Einseitig negatives Altersbild → Unterminieren Selbstwirksamkeit der Älteren, Produktivität bleibt ungenutzt
  • Einseitig positives Altersbild → Führt zu Überforderung, Erschwert Anpassung an Verluste (negative Altersbilder können begrenzt funktional wirken)
3. Woran orientiert sich die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne (Leitsätze)?
  • Multidirektionales Altern → Intraindividuelle Variabilität
  • Differentielles Altern → Interindividuelle Variabilität
  • Phasen des Alterns → Drittes/Viertes Alter
  • Plastizität des Alterns → Historisch, Individuell
4. Nennen Sie individuellen Voraussetzungen (analog Leitsätze)!
  • Multidirektionale Veränderungen
    • Kognitive Mechanik
    • Kognitive Pragmatik (z.B. Lebenswissen)
  • Differentielles Altern
    • Interindividuelle Unterschiede
    • Intraindividuelle Veränderungen
  • Drittes/Viertes Alter
    • Beschleunigter Abbau/Dedifferenzierung
    • Keine Leistungszugewinne in kognitiven Interventionsstudien
    • Hohe Prävalenz von Demenzen
  • Plastizität kognitiver Leistungen
    • Historische Plastizität
    • Leistungszugewinne in kognitiven Interventionsstudien
    • Effekte von Umweltkomplexität/Lebensstil
    • Effekte von Ausdauer-/Krafttraining
5. Welche potentiellen Stärken und Schwächen haben Ältere bzgl. Emotionen?
  • Potentielle Stärken der Älteren
    • Hohes affektives Wohlbefinden
    • Gute Emotionsregulation → Affektoptimierung
    • Konfliktmanagement → Deeskalation
    • Flexible Zielanpassung → Sekundäre Kontrolle
  • Potentielle Schwächen der Älteren
    • Physiologische Flexibilität → Latenz, Erholung
    • Affektkomplexität
    • Konfliktmanagement → Fokussierung, Konfrontation
    • Hartnäckige Zielverfolgung → Primäre Kontrolle
6. Welche Entwicklungskrisen stehen nach Erikson im Alter an?
  • Generativität → Willen sich um zukünftige Generationen zu bemühen
    • Beinhaltet → Eigene Kinder, Unterrichten, Kunst, Wissenschaft
    • Stagnation → Gegenteil (nur um sich selbst kümmern), führt zu gegenseitiger Ablehnung
    • Fixierung (Nicht erfolgreiche Bewältigung) → z.B. übermäßige Bemutterung, Leere, Langeweile, zwischenmenschliche Verarmung, etc.
  • Integrität → Zufriedenstellender/Furchtloser Rückblick auf das Leben
    • Wichtig sich dem kommenden Tod bewusst zu werden
    • Nicht das Gefühl entwickeln noch einmal Leben zu müssen
    • ⇒ Mit dem Leben positiv abschließen
    • Fixierung → Abscheu vor sich selbst und anderen Menschen (unbewusste Todesfurcht)
7. Was folgt nach Erikson allgemein bei einer erfolgreichen/misslungenen Bewältigung von Entwicklungskrisen?
  • Erfolgreiche Bewältigung
    • Fürsorge
    • Weisheit
    • Lebenserfahrung
    • Gelassenheit
    • Besonnenheit
  • Misslungene Bewältigung
    • Selbstbezogenheit
    • Verzweiflung über unerfülltes/verronnenes Leben
    • Einsamkeit
    • Verbitterung
8. Was lässt sich allgemein über Produktivität im Alter sagen?
  • Befunde sprechen für grundsätzliche Voraussetzung für Produktivität Älterer
  • Produktivität erfordert eine Auseinandersetzung mit:
    • Eigenen Erfahrungen
    • Endlichkeit des Lebens
    • Generativität (ggü. nachfolgenden Generationen)
  • Individuelle Voraussetzungen benötigen Berücksichtigung altersspezifischer Stärken/Schwächen (z.B. Multidirektionalität, differentielles Alter, Plastizität, drittes/viertes Alter).
9. Ordnen Sie Produktivität bzgl. einiger Aspekte ein!
  • Formen
    • Manuell → z.B. Handwerklich, Künstlerisch
    • Geistig → z.B. Bücher schreiben, Ratschläge geben
    • Emotional → z.B. positive Ausstrahlung, Empathie
    • Motivational → z.B. Reflektion anregen, Vorbild sein
    • Bewertungsmaßstäbe
  • Geld
    • Erkenntnis
    • Wohlbefinden
    • Sinn
  • Nutznießer
    • Selbst
    • Andere → Konkrete Personen, Gesellschaft
10. Wie steht es um die Produktivität (Stärken/Schwächen) unterschiedlicher Generationen (Jung/Alt) ?
  • Junge
    • Neues entdecken
    • Selbst flexibel an Umwelt anpassen
    • Umwelt an selbst anpassen
  • Alte
    • Stabile Basis für Exploration Jüngerer bieten (durch Kenntnisse/Erfahrungen)
    • Interpretations-/Deutungshilfen
  • ⇒ Trennung zwischen Jung/Alt in Gesellschaft möglichst gering halten
11. Kann eine intergenerative Interaktion förderlich sein?
  • Studie → Jüngere/Ältere führen 20 min Gespräch führen (1) existentielles Problem, (2) technisches Problem
  • Erhöhte prosoziale Motivation bei Jungen (nach Gespräch über Lebensprobleme)
  • Erhöhte kognitiv-affektive Komplexität bei Älteren (nach Gespräch über Lebensproblem)
  • ⇒ Ähnliche Effekte bei Wortflüssigkeit/Wahrnehmungsgeschwindigkeit
12. Was versteht man unter Erfahrungswissen?
  • Informationen über Vergangenheit → Begünstigt durch Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit
  • Deutungshilfen auf Metaebene → Nicht bereichsspezifisches Wissen wie Technologie/Konsumverhalten
13. Was versteht man unter Weisheitswissen? Nennen Sie Ergebnisse!
  • Expertenwissen über fundamentale Problem der (1) Lebensführung und (2) Lebensdeutung
  • Fünf Weisheitskriterien
    • Faktenwissen → Menschliche Natur/Lebenslauf
    • Handlungswissen → Interpretation/Umgang mit fundamentalen Problemen
    • Wertetoleranz
    • Erkennen/Umgang mit Unsicherheit
    • Kontextualistisches Denken
  • Leistungssteigerung in der kognitiven Pragmatik (Weisheitswissen) ist gut möglich
  • Ältere profitieren mehr von der Intervention (Dialog und Reflexion) als Jüngere → Inervention bei älteren sinnvoll
14. Bekommen Ältere Menschen mehr Hilfe als sie leisten?
  • Differenzierte Betrachtung nötig
    • 70-74 → Mehr gegebene Hilfeleistungen
    • 75-84 → Ausgeglichen
    • 85+ → Mehr empfangene Hilfeleistungen
    • Hilfeleistungen jedoch noch bis zum höchsten erfassten Alter von 105 deutlich vorhanden
  • ⇒ Erst ab sehr hohem Alter wird das Verhältnis unausgeglichen, vorher sogar noch lange Zeit positiv
15. Wie viele ältere Personen gehen noch der Erwerbstätigkeit nach? Nennen Sie Gründe!
  • ⇒ Zwischen 55 und 64 Jahren nur 50% erwerbstätig
  • Vorruhestandsstrategien
  • Altersselektive Personalpolitik
  • Alterssemgmentierte Aufgabenzuweisung
  • Unterdurchschnittliche Beteiligung bei Weiterbildunsangeboten
  • Geringschätzung des Erfahrungswissens durch andere
16. Unterscheidet sich die Art der Arbeit von Älteren gegenüber Jüngeren?
  • Berufs-/Betriebsspezifiche Erfahrungen
  • Langsamer aber sorgfältiger
  • Geringere Unfallhäufigkeit
  • Höhere Arbeitszufriedenheit
  • Längere Fehlzeiten
  • Seltenere Krankmeldungen
17. Wie verändert sich die Priorität beim Ressourceneinsatz im Alter?
  • Junge Alte → Wachstum/Optimierung
  • Alte Alte → Aufrechterhaltung/Kompensation
  • ⇒ Parallel Entwicklung bzgl.:
    • Formen → manuell/geistig zu emotional/motivational
    • Ziele → sozial zu selbstbezogen
18. Was müsste politisch verändert werden? Gibt es bereits Initiativen?
  • Rollenmöglichkeiten schaffen, welche psychologische/tätige Produktivität älterer Menschen nutzen können
  • Pflege alter & sehr alter Menschen
  • Verbesserung der Wohnumwelt, Mobilität, technische Hilfsmittel
  • Inititive „Erfahrug ist Zukunft“ → Entwicklung eines modernes Verständnis von Alter
  • „Freiwilligendienste aller Generationen“
  • „Aktiv im Alter“
  • „Wirtschaftsfaktor Alter“
19. Was versteht man unter "Parallelisierung" von Lebensverlaufsstrukturen?
  • Sequenzierung (aktuelle vorhersschend)
    • Jung → Bildung
    • Mittel → Arbeit
    • Alt → Freizeit
  • Parallelisierung (gewünscht) → Alle Generationen gleichermaßen:
    • Bildung
    • Arbeit
    • Freizeit
20. Welche Rolle können technisches Neuerungen spielen?
  • ⇒ Erleichterung des Alltags
  • Gedächtnisdefizite → z.B. Herd schlägt Alarm, wenn nicht ausgeschaltet
  • Flüssigkeitsmangel → z.B. „Sprechende Flaschen“
  • Schlaganfall/Herzinfarkt → z.B. „Intelligente Kleidung“ mit Frühwarnsystem
21. Welche Forschungseinrichtung hat sich zum Ziel gesetzt ein völlig neues Verständnis von Alter zu bekommen (bzw. Alter neu zu "designen")?
  • Stanford Center on Longevity
  • Bsp.: Entwicklung von Schuhen für Personen mit Knie-Problemen
Anmerkung
  • Dynamik von Kultur/Biologie?
  • Auch Zusammenfassung nochmal betrachten
 
uni-leipzig/psychologie/module/entwicklung2/fragen/10.txt · Zuletzt geändert: 2013/08/04 14:07 von carlo
 
Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht:CC Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0 Unported
Recent changes RSS feed Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki