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13. Alter als audio-visuelles Argument in den Medien

1. Filmpräferenzen im Alter

Die Daten einer großen repräsentativen Forsa-Studie mit 1008 Teilnehmern im Alter ab 50 Jahren wurden bezüglich folgender Fragestellung ausgewertet:

„Was ist – ihrer Meinung nach – der beste Film aller Zeiten (unabhängig davon, ob es sich dabei um einen aktuellen Film handelt oder um einen so genannten Filmklassiker)?“

Geschmacksmuster

Altersstufe Summe
50-59 60-69 70+
Fantasy 8,4 5,1 2,1 6,1
Vor 19.Jhd. 13,1 12,2 7,2 12
19. Jhd. 20,9 32,4 30,9 27,7
Anf. 20. Jhd. 16,6 17,3 19,6 17,3
WW II 13,1 14,8 26,8 15,6
Gegenwart 21,9 16,6 13,4 18,3
Sci Fi 5,9 1,5 0 3,1

Interpretation

Einige Tendenzen sind gut zu erkennen:

  • Fantasy → Abnahme
  • WW II → Zunahme
  • Gegenwart → Abnahme
  • Sci-Fi → Abnahme (jedoch auch anfangs auf niedrigem Niveau)

Fazit

  • Geschmack/Vorliebe sind nicht zufällig
  • Filme als Teil der „ästhetischen Identität“

Geschlechtseffekt

In einer weiteren Betrachtung der Daten wurden die Filme nach Geschlecht eingeteilt, d.h. es wurde betrachtet, ob bei bestimmten Filmen/Genres bevorzugt Nennungen von Frauen /Männern durchgeführt wurden. Dabei zeigten sich einige relativ deutliche Effekte (Beispiele):

Geschlechtseffekte bei spez. Filmen

  • Vom Winde verweht → 31 M, 60 W
  • Titanic → 15 M, 25 W
  • Spiel mir das Lied vom Tod → 14 M, 7 W
  • Sissi → 4 M, 19 W
Alterseffekt

Mit dem Alter gibt es eine starke Veränderung (vor allem bei Männern) bzgl. der Präferenz von „weiblichen“ bzw. „männlichen“ Filmen. Männliche/Weibliche Filme meint dabei solche, die in der jüngsten Altersgruppe (50-59) bevorzugt von Männern/Frauen gewählt wurden.

⇒ Männer und Frauen präferieren zunehmend weibliche Filme (und immer weniger männliche)

Der Effekt ist bei Männern deutlich stärker als bei Frauen.

Geschlechtseffekte bei Genres

Auch die Genres wurden Geschlechtsspezifisch eingeteilt. Dabei wurde gefragt:

„Welche dieser Filmarten sehen Sie gerne?“

Einige der Genre ließen sich relativ eindeutig einem Geschlecht zuordnen, einige waren jedoch eher neutral (geschlechtsunspezifisch).

Männlich (-1) Weiblich (+1) Neutral (0)
Western Liebesfilm Historienfilm
Action/Abenteuer Drama Horror
Science Fiction Musikfilm Komödie
Zeichentrick Heimatfilm Thriller/Krimi

⇒ Männer und Frauen präferieren zunehmend weibliche Filmgenres (und immer weniger männliche)

Der Effekt ist auch hier bei Männern deutlich stärker als bei Frauen.

Regionseffekte

Filmstart Befragte West Befragte Ost
Vor 1961 52,3 39,1
1962-89 (West) 28,0 23,7
1962-89 (Ost) 0,5 5,3
Nach 1989 19,1 31,9

Kohorten-/Alters Effekte

Für die Regionen ergab sich ein Alters- und Kohorten-Effekt.

  • Alterseffekt → Mit dem Alter eher „weibliche“ Filme
  • Kohorteneffekt → Stärkerer Effekt im Osten, als im Westen

2. Altersbilder

Altersrollen

Mögliche Altersrollen in Filmen mit älteren Personen in der Hauptrolle:

  • Standpunkt eines Rückblicks → „Little Big Man“
  • Resultat einer Karriere → „Citizen Cane“, „Little Cesar“
  • Coming of Age: Geglückte/Gescheitere Entwicklungsaufgaben → „Der letzte Mann“, „Sunset Boulevard“, „Schulze gets the Blues“
  • Gegenstereotyp zu sozialer Entwicklung → „Wolke 9“, „Herold & Maud“
  • Gegenstereotyp zu unterstellter Schwäche → „Lina Braake“, „Straight Story“

Charaktere

Die narrative Funktion von Charakteren in Filmen können unterschieden werden zwischen:

  • Funktionsrolle
  • Handlungsrolle
Funktionsrolle
  • Dient der Entwicklung der Handlungsrolle
  • Eher Eindimensionalität/Stereotype
Beispiel

Im Film „There will be blood“ wird Macht (angesammeltes Wissen/Erfahrung) durch (1) bestimmte Berufe und einem (2) höheren Alter gegenüber der Hauptrolle dargestellt.

⇒ Bei Rollenbesetzung wird nach visuellen Glaubwürdigkeitsmerkmalen ausgewählt

Frage an Manager

In einer Studie wurde Managern ein Ausschnitt aus dem Film „Miss Marple“ gezeigt. In diesem Ausschnitt ist Miss Marple zu sehen, wie sie mutig, entschlossen und selbstbewusst ein eher angsteinflößendes Gebäude betritt.

Anschließend sollte der Charakter von Miss Marple anhand einer Skala nach verschiedenen Kriterien beurteilt werden. Diese Beurteilung fiel im Schnitt sehr positiv aus.

Die Bewertungskriterien waren stark an Kriterien gebunden, die auch im Beruf benötigt werdne können (z.B. Willensstärke, Soziale Kompetenz, Neugier, Hilfsbereitschaft, etc.). Die Manager wurden dann gefragt, ob sie Miss Marple einstellen würden. Dabei war die Antwort meist (trotz der positiven Bewertung) negativ.

⇒ Stereotype sind sehr stark

 
uni-leipzig/psychologie/module/entwicklung2/13.txt · Zuletzt geändert: 2013/07/20 21:29 (Externe Bearbeitung)
 
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