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Exploration

1. Definition und Grundsätze

Definition "Exploration"

(aus dem lateinischen „explorare“)

Exploration ist die mit psychologischem Sachverstand vorgenommene nicht standardisierte mündliche Befragung eines Einzelnen durch einen Gesprächsführer.

In der Medizin wird der Begriff Exploration für die Psychopathologie verwendet. In der Psychologie ist mit Exploration die gezielte Erkundung normaler psychischer Sachverhalte oder Stimmungen gemeint. Dabei wird in der Psychologie ein qualifizierter Gesprächsführer eingesetzt.

Anwendung

  • Erweiterung der disgnositischen Untersuchung (Beseitigung von Unklarheiten, Widersprüchen, etc.)
  • Direkt als diagnostische Methode

Anamnese

In der Medizin ist mit Anamnese die Erhebung der Krankengeschichte des Patienten durch den Arzt gemeint. In der Psychologie ist damit eher die Beschreibung der Lebensgeschichte durch den Patienten, also dessen Biographie oder bestimmte Entwicklungsabschnitte gemeint.

Der Psychologe muss dabei erkennen:

  • Relevante Vorgeschichte
  • Denkbare Bedingungsfaktoren

Was Exploration nicht ist

  • Keine Beratung
  • Keine Beeinflussung
  • Keine Lehre
  • Keine Therapie
  • Kein Auseinandersetzen
  • Keine Information

Informationen während der Exploration

  • Verbale Informationen (objektiv, subjektiv)
  • Nonverbale Informationen
  • Informationen „Zwischen den Zeilen“

⇒ Keine Exploration ohne Verhaltensbeobachtung!

2. Phasen der Exploration

1. Vorbereitung

1.1. Allgemein

  • Aktenstudium
  • Hyptothesenbildung (empirisch, theoretisch)
  • Gesprächsleitfaden erstellen (auf Basis der Hypothesen)
  • Rahmenbedingungen (zeitlich, räumlich)

Ziel: Strukturierung des Gesprächs und damit die nötige Sicherheit während des Gesprächs für den Psychologen erreichen

1.2. Rahmenbedingungen

  • Angenehme Atmosphäre/Ausstattung und kein direktes Licht
  • Sitzplatz → Am besten spitzer Winkel
  • Nicht zu dicht: Mind. 60-80cm
  • Dauer: Max. 60-90min
  • Keine Störungen

2. Durchführung

2.1. Eröffnung

  • Begrüßung
  • Hilfestellung
  • Eisbrecherfragen
  • Information: Zweck und Ablauf des Gespräches
  • Information: Protokollierung

Ziel: Unsicherheiten minimieren, Vertrautheit schaffen

2.2. Gesprächsverlauf

  • Offenen zu geschlossenen Fragen
  • Emotional belastendes nicht zu Beginn
  • Zusammenfassen
  • Überleiten

Ziel: Relevante Informationen sammeln

2.3. Beenden

  • Hinweis auf verbleibende Zeit
  • Zusammenfassen
  • „Was brennt noch auf der Seele?“
  • Mit entlastendem Thema beenden
  • Organisatorisches: Weiterer Ablauf, weitere Möglichkeiten

Klient: Sollte das Gefühl haben alles relevante erzählt zu haben
Psychologe: Sollte in der Lage sein eine Idee für weitere Schritte zu haben

3. Protokoll

  • Explorationsdaten
  • Eingene Wertung
  • Verhaltensbobachtungsdaten

3. Regeln Fragetechniken und typische Fehler

Beispiele für Fragen

Ungünstige Fragen

  • Haben Sie schonmal .. ?
  • Ist es so .. oder so .. ?
  • Stört es Sie wenn .. ?

Günstige Fragen

  • Inwieweit spielt .. eine Rolle?
  • Welchen Einfluss hatte .. ?
  • Wie reagieren Sie dann?
  • Wo liegen unterschiede?
  • Wie kann ich mir das vorstellen?

Formale Gestaltung

  • Einfach und kurz formulieren
  • Antwortmöglichkeiten nicht eingrenzen (oder nur eingeschränkt)
  • An Erfahrungen des Klienten anknüpfen
  • Frage eng an Klienten-Aussage anlehnen
  • Konkretisierung und Vertiefung des Gesagten
  • Vermeidung von Suggestivfragen
  • Zwischenzeitliche Zusammenfasungen
  • Offene Fragen
  • Ausredenlassen
  • Keine unnötigen Unterbrechungen
  • Keine Fachtermini
  • Alters- und reifegemäße Sprache
 
uni-leipzig/psychologie/module/diagnostik/exploration/inhalte.txt · Zuletzt geändert: 2011/11/04 12:41 von carlo
 
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